Heidelberg. Universitätsbibliothek Altstadt. Mit Nohmim. Nohmili.
aus der leere | neue märe | voller lehre | auf der fähre | zum nachdenken | zum verstehen | zum schiffe versenken | zum vergehen | denn tropfenweise | fließen leise | worte weise | in das meer.
Montag, 30. Juni 2014
Donnerstag, 19. Juni 2014
Dienstag, 10. Juni 2014
An die Seele, die mich zu Leben erweckte
ALLES GUTE ZU DEINEM EHRENTAG, LIEBSTES SCHWESTERHERZ...
... liebste Frau, die, bevor sie Mutter wurde, schon längst eine Mama war...
Beste MENTORIN,
Große MOTIVATIONSQUELLE,
Einzigartig MITFÜHLENDE,
DAS HERZ,
DER KOPF,
DAS AUGE,
DIE HAND -
so vieles und noch viel mehr...
...bedeutest Du mir, meine liebste Rose der Morgendämmerung.
Schön, dass du geboren bist!
Schön, dass Du da (!) bist!
Schön, dass es Dich gibt!
Ohne Dich, wäre ich nicht ich.
Wäre ich erst g a r nicht.
Wäre ich erloschenes Licht.
Mit Dir lacht meine Welt
Du bist mein größter Held
Lieb dich wahrhaft sehr,
Wünsch' dir Gutes und mehr,
Wünsch' dir Liebe und Segen,
Stehe nie im Regen,
Hab' Gesundheit und Sonne,
bist meine liebste Wonne!
Gewidmet an die wertvollste Frau in meinem Leben.
[e 10. Juni 2014. Ich in Heidelberg. Sie in Nürnberg.]
Montag, 14. April 2014
dieser Geruch
wenn man diesen Geruch nur auffangen könnte..
Guten Morgen aus dem Bett, in dem neben mir ein schnaufendes, die kleinen Arme reckendes Baby liegt. Woher lernen die das, so erwachsen auszusehen... und wie schaffen sie es, gefühlt, schon immer da zu sein... sübhanallah
[e 14. April 2014. Schweinfurt.]
[e 14. April 2014. Schweinfurt.]
Labels:
Baby,
Existenz Allahs,
Existenz Gottes,
Familypotrait,
Geruch,
Meryem,
Nichte,
Paradies,
Sinem,
Wunder
Sonntag, 13. April 2014
Ein Geschenk
![]() |
| Foto: ephisoja. #familypotrait |
Dieser Geruch aus dem Paradies
Augenblicklich mich all Sorge verließ
Ein Wunder auf Erden
Fast zum Irrewerden
Liegt sie da mit Fuß und Hand
Wie aus einem fernen Land
Liegt sie da so klein
Wurde erschaffen so fein
So zart in ihrem Wesen
Lasten, die plötzlich genesen
Zu lesen die Wahrheit
In solch einer Klarheit -
Sonst fast unmöglich.
Herzlich Willkommen, unsre Kleine
Zeigst uns zauberhaft das Reine
Bist der Zauber eines Anfangs
Wie die Tür des wahren Eingangs
Zum Leben gewordener Traum
Jenseits aller Zeit und jedem Raum.
Wunderschön.
Samstag, 12. April 2014
#stattWoherLieberWerBistDu
'Lassen Sie mich mal!', sagt die ältere Dame, die im Zug vor mir sitzt und mir keine Minute dabei zuschauen kann, wie ich versuche, den Reißverschluss meiner Jacke in Gang zu bringen. 'Gerne!', antworte ich ihr und gebe ihr meine Jacke. 'Die Jacke hat sich da richtig im Reißverschluss verheddert!', sage ich und bemerke insgeheim, dass ich diesen Satz vielleicht nur deshalb gesagt habe, damit die Frau merkt, dass ich Deutsch kann. 'Wieso machste das?!', frag ich mich... Nachdem mein Reißverschluss von seiner Qual des Gelähmtseins befreit wird und die Dame, welche mir wie eine ihrem Kind helfende Mutter vorkommt, sich von mir verabschiedet, geht erneut ein Gedanke, den ich nicht verstehen kann, durch den Kopf. Ich habe das Gefühl, als würde sie und Menschen ihrer Generation - die gleichzeitig auch die Generation meiner Eltern ist - sich darüber freuen, sich mit ausländisch aussehenden Menschen unterhalten zu können. Als hätten sie nur darauf gewartet, mit uns problemlos sprechen und uns willkommen heißen zu können. Uns, die sich hier schon seit Jahrzehnten aufhalten. Und physisch schon längst angekommen sind, aber sich immernoch freuen, wenn sie sich psychisch angekommen fühlen. "Wieso müssen Menschen, die seit der Geburt an einem Ort sind, willkommen gehießen werden?", frage ich mich. Vielleicht, weil es uns "lieber ist, dass man uns willkommen heißt, als dass man uns duldet" - wie nicht vor allzu langer Zeit eine deutsche Schriftstellerin mit südosteuropäischer Migrationserfahrung sagt. Auch wenn es hier nur um die Benennungen der Dinge geht. Sie sind wichtig...
Wie dem auch sei.. Ich finde diese Gedanken während solch einem kurzen alltäglichen Akt seltsam. Das Gefühl des sich Beweisenmüssens. Das Gefühl, dass 'wir' - also unsere Eltern - doch Schuld waren, hier nicht angekommen sein zu fühlen. Das Gefühl, dass 'wir' - also meine Generation - jetzt viel tun muss und kann. Das, was Jahrzehnte lang nicht gemacht wurde. Andererseits weiß (!) ich, dass die bisherigen Generationen nichts dafür können. Was auch immer mit diesem 'dafür' gemeint ist...
Vielleicht ist das Ganze nur ein künstlich konstruiertes Problem und wir vergeuden zu viel Zeit mit diesem Gerede, das leer aussieht, aber doch wichtig ist.. 'Einfach wohlfühlen!', sag ich mir. 'Einfach mal wohlfühlen...', wünsch ich mir. Vielleicht liegt das mehr in uns'rer Hand.
---
und von den comments:
Wie dem auch sei.. Ich finde diese Gedanken während solch einem kurzen alltäglichen Akt seltsam. Das Gefühl des sich Beweisenmüssens. Das Gefühl, dass 'wir' - also unsere Eltern - doch Schuld waren, hier nicht angekommen sein zu fühlen. Das Gefühl, dass 'wir' - also meine Generation - jetzt viel tun muss und kann. Das, was Jahrzehnte lang nicht gemacht wurde. Andererseits weiß (!) ich, dass die bisherigen Generationen nichts dafür können. Was auch immer mit diesem 'dafür' gemeint ist...
Vielleicht ist das Ganze nur ein künstlich konstruiertes Problem und wir vergeuden zu viel Zeit mit diesem Gerede, das leer aussieht, aber doch wichtig ist.. 'Einfach wohlfühlen!', sag ich mir. 'Einfach mal wohlfühlen...', wünsch ich mir. Vielleicht liegt das mehr in uns'rer Hand.
---
und von den comments:
Betül Dinc (12. April um 19:47):
"das Gefühl des sich Beweisenmüssens.." ja woran liegt das? liegt es vielleicht auch daran, dass jedesmal, wenn wir "Wir" (=die biodeutschen und wir quasideutschen) sagen wollten, wir zurechtgewiesen wurden? Und zwar von beiden lagern: viele Türken sehen es immernoch als Verrat an, wenn man sich zu Deutschland bekennt - quasi den deutschen Ort der Gerburt als Heimat ansieht. Und leider gibt es auch viele Biodeutsche, die sich freuen, dass Deine Generation so gut seine Sprache spricht: jetzt kann er dir endlich mitteilen, dass du nicht hierher gehörst, und er kann sich sicher sein, dass du auch jedes Wort verstehst... aber ich gebe dir recht, so viele Gedanken sollte man sich nicht machen. Irgendwann hat man genug reflektiert, irgendwann sollte man anfangen zu leben und sich nicht immer gedanken machen, ob man angekommen ist oder nicht...sonst wird man nicht glücklich und jeder von uns verdient das bisschen Glück auf dieser Welt, das bisschen Innere Ruhe.
Sima Gatea (13: April um 11:32):
Danke, dass du deine sehr wichtige und persönliche Gedanken mit uns teilst Elif! Nicht nur sehr schön geschrieben, aber unglaublich berührend. Das ist so eine Belastung, jedes mal den Eindruck zu haben, man müsste sich beweisen. Aber nach meine bisherige Erfahrunge, selbst als weiße, in diesem Land, kann ich deine ausgesprochene Dilemma komplett nachvollziehen. Die Integrationspolitik und "Integrationsbeweis" in diesem Land würde viel zu stark auf die Sprache gelegt. Es wird hier dringend eine Konzeptwechsel gebraucht, was "Deutschsein", "Identität", und "Heimat" angehen. Dies müssen viel mehr als Flexibel und offen für Entwicklung und Veränderung betrachtet werden. Good news steht aber - diese und Vergleichbaren Themen werden mehr und mehr in der Öffentlichkeit diskutiert und analysiert. Der Weg ist noch lang, aber die Bewegung hat schon angefangen!
Mittwoch, 9. April 2014
Zurück aus Irland
Hallo Deutschland. Back to the later roots. Egal was. Schön hier.. Auch wenn ich nun weg von herzlich netten Iren zurück bei vertrauten "Höflichkeitsnetten" bin, von welchen ich mich nicht trennen können werde.
— hier: Frankfurt Airport.
— hier: Frankfurt Airport.
Sonntag, 6. April 2014
Mittwoch, 5. Februar 2014
Glückseligkeit
ephisojaphoto. Neue Uni. Heidelberg, den 24. Juli 2013.
Es ist keine Momentaufnahme der Fehde -
sondern die Glückseligkeit, von der ich rede
Manche Menschen haben einfach "Glück" in ihrem Leben.
Es ist eigentlich viel mehr als "Glück".
Es ist kein einfaches Schweben,
Vielmehr das Gegenstück.
Es ist keine Momentaufnahme der Fehde -
sondern die Glückseligkeit, von der ich rede,
die es zu erlangen gilt,
anzustreben lohnt,
damit am Ende ein klares Bild
vor Schlechtem verschont.
Es ist keine Momentaufnahme der Fehde -
sondern die Glückseligkeit, von der ich rede.
[e Nacht vom 04. auf den 05. Februar 2013. Heidelberg.]
Sonntag, 27. Oktober 2013
israelisches Palästina – Anders aber doch so gleich. [in Bearbeitung]
Aus meinem Reisetagebuch.
Exkursion der Universität Heidelberg
Exkursion der Universität Heidelberg
Die Exkursion nach israelischem Palästina hat sich wahrlich gelohnt! In vielerlei Hinsicht! Zum Einen hat es sich für mich gelohnt als einzige Muslima mit einer deutschen Gruppe zu reisen - der Grund hierfür liegt einfach darin, dass es als "sichtbare" Muslima durch das Land schwierig bis unmöglich ist, durch das Land ohne weitere Probleme zu bereisen.
Wieso
das so ist, was es denn so schwierig machen würde, als muslimische Gruppe durch
das Land zu reisen und wieso ich ab dem Zeitpunkt der Ankunft am Ben Gurion
Flughafen in Tel Aviv, froh war, einen deutschen Pass zu haben, erkläre ich
jetzt.
Rahmeninformationen
Fahrt:
Nach isralischem Palästina
Mit:
einem Professoren, drei Dozenten, Doktoranden und Studierenden der Universität
Heidelberg.
Fachrichtung:
Alte Geschichte, Archäologie
Vorbereitung:
Durch ein wöchentliches Mittelseminar während dem SS 2013 im SAGE.
Personenanzahl:
22, ich war die einzige Muslima - erwähnenswert, wie ich finde.
Denn
damit fängt die Geschichte für mich auch an.
Was
das Modulhandbuch der Uni einem so bescheren kann
Im
Rahmen meines Geschichtsstudiums auf Lehramt bin ich laut dem tollen Handbuch
verpflichtet, an mindestens einer Exkursion teilzunehmen. Man kann da zum
Beispiel an einer Exkursion nach Mannheim ins Museum auswählen. Was ich
eigentlich ja auch vor hatte, um nicht zu viel Zeit in eine Exkursion zu
investieren - habe ja noch tausend andere Sachen zu tun..
Jedenfalls
war ich grad dabei mich bei einer kleineren Reise anzumelden, bevor mir
einfiel, dass ich doch auch bei der Alten Geschichte noch gucken könnte, was da
an Exkursionen angeboten werden. Und sah die Reise nach Israel.
Lange
Rede, kurzer Sinn: und wir kamen in Tel Aviv an.
Grobe Route und etwaiger
Ablauf der Reise
Einen
archäologischen Bericht werde ich hier nicht abliefern. Erstens würde das den
Rahmen eines Blog-Eintrags sprengen. Und zweitens möchte ich vor allem
zwischenmenschliche Eindrücke interkultureller und interreligiöser Natur
teilen.
Aber die allgemeine Route soll niemandem vorenthalten bleiben:
Jerusalem - Bethlehem - Arad - Negev-Wüste - Masada - Qumran - Jericho - Beth Shean - Hippos Susita - Gamla - Haon - Tiberias - Beth Shearim - Caesaria - Tel Aviv
Totes Meer (Nähe Masada) - See Genezareth (Tiberias) - Mittelmeer (Haifa, Tel Aviv)
Viel mit Fuß, aber auch mit Auto unterwegs gewesen. (4 Autos, a 6 Personen)
Und wegen dem toten Meer: Wie eine Bekanntin von mir sagte: "Unglaublich, am tiefsten Punkt der Erde zu schwimmen, ohne unterzugehen!" :)
Gesehen haben wir für die kurze Zeit sehr viel! Den Haram Asch-Scharif (=Tempelberg), wenn auch zum Großteil nur von Weitem, Hadrianische Reste, City of David, den Archäologischen Park in Jerusalem, den Ölberg, die Grabeskirche, Reste der Nea-Kirche, die Geburtskirche, das Kidrontal, das Wohl Museum, das Burnt House, das Israel-Museum. Verschiedene Klöster, das "Hischams" Palast, Paläste der Hasmonäer und des Herodes, die Kypros, den Mount of Temptation, Chorazim u.v.m.
Insgesamt war es eine auf die Archäologie Judaea Palaestinas ausgerichtete Exkursion und keine Pilgerreise, auch wenn wir (oder ich) glücklicherweise trotzdem an Pilgerorten wie das Haram Asch-Scharif vorbei kamen.
Achtung: hier vermischen sich auch historische Orte mit heute noch existenten Orten und historische Namen mit aktuellen Bezeichnungen der jeweiligen Orte. Je nach für mich persönliche Bedeutung welchen Namens, nahm ich den für mich relevanten, manchmal auch beide. Nicht verwirren lassen;)
Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern
Aber die allgemeine Route soll niemandem vorenthalten bleiben:
Jerusalem - Bethlehem - Arad - Negev-Wüste - Masada - Qumran - Jericho - Beth Shean - Hippos Susita - Gamla - Haon - Tiberias - Beth Shearim - Caesaria - Tel Aviv
Totes Meer (Nähe Masada) - See Genezareth (Tiberias) - Mittelmeer (Haifa, Tel Aviv)
Viel mit Fuß, aber auch mit Auto unterwegs gewesen. (4 Autos, a 6 Personen)
Und wegen dem toten Meer: Wie eine Bekanntin von mir sagte: "Unglaublich, am tiefsten Punkt der Erde zu schwimmen, ohne unterzugehen!" :)
Gesehen haben wir für die kurze Zeit sehr viel! Den Haram Asch-Scharif (=Tempelberg), wenn auch zum Großteil nur von Weitem, Hadrianische Reste, City of David, den Archäologischen Park in Jerusalem, den Ölberg, die Grabeskirche, Reste der Nea-Kirche, die Geburtskirche, das Kidrontal, das Wohl Museum, das Burnt House, das Israel-Museum. Verschiedene Klöster, das "Hischams" Palast, Paläste der Hasmonäer und des Herodes, die Kypros, den Mount of Temptation, Chorazim u.v.m.
Insgesamt war es eine auf die Archäologie Judaea Palaestinas ausgerichtete Exkursion und keine Pilgerreise, auch wenn wir (oder ich) glücklicherweise trotzdem an Pilgerorten wie das Haram Asch-Scharif vorbei kamen.
Achtung: hier vermischen sich auch historische Orte mit heute noch existenten Orten und historische Namen mit aktuellen Bezeichnungen der jeweiligen Orte. Je nach für mich persönliche Bedeutung welchen Namens, nahm ich den für mich relevanten, manchmal auch beide. Nicht verwirren lassen;)
Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern
Auf
diesen möchte ich nicht eingehen. Denn dieser ist, wenn nicht über die Medien,
dann vor Ort sehr gut nachvollziehbar. Wer sich ein Bild machen möchte, kann
gerne ins Land und durchs Land reisen. Mein Absicht ist es mit diesem Beitrag
keineswegs, meine politische Meinung zu propagieren und dadurch zu
polarisieren. Vielmehr geht es mir darum, zu vereinen. Trennwände zu errichten
bedarf es nur an Geld. Aber diese zu zerstören, braucht es an viel Liebe.
Dieser Beitrag soll dem Letzteren dienen - wenn überhaupt irgendwem, oder
irgendwas. Auch wenn ich der Meinung bin, dass in Deutschland über Geschehnisse
vor Ort verzerrt berichtet wird, macht es hier keinen Sinn, darüber zu reden.
Hierfür bedarf es an einem gesonderten Beitrag, den ich vorerst nicht zu liefern gedenke.
Stichwörter
für eine Darstellung der Spannung in Jerusalem
-Soldaten
-Militärsanlagen
-Siedlerfest
-Provokation
-Steine
werfende
-Panzer
in Jerusalem vor dem Damaskustor
-Obsthändler
wirft vermutlich Apfel auf Bus mit Juden
-Schlenker
der Mauer um Häuser der Siedler
-israelischer
Koch: "Was wäre der nahe Osten, ohne den Nahostkonflikt." Der Westen
finanziere das Land nur aufgrund des Konflikts.
Besorgte
Gesichter nach der Ankunft
Weniger
während der Reise vor Ort, vielmehr im Nachhinein bemerkte ich, dass es auch
auf einer ganz anderen Ebene wichtig war, dass ich mitgereist bin.
Als
ich am Bismarckplatz nach der Ankunft wieder in Deutschland unterwegs war,
begegnete ich einem Kommilitonen, der auch am Mittelseminar, aber nicht an der
Reise teilnahm. Etwas verwirrt war ich von seiner leicht besorgten Art, mich zu
fragen, wie es mir denn ginge und ob ich wieder gut angekommen sei. "Hab
ja gehört, dass es Schwierigkeiten gab. Wegen deinem...", beendete er
seinen Satz und fuhr mit seinen Händen, die ein imaginäres Kopftuch um seinen
Kopf zeichneten, fort.
Schwierigkeiten im Heiligen Land
Ja.
Schwierigkeiten gab es insofern, dass ich am Flughafen direkt nach der Ankunft
vielleicht drei Minuten länger befragt wurde, als die anderen. Wie meine Eltern
heißen würden, wo sie herkamen, ob ich Verwandte in diesem Land hätte, was ich
vor habe. Aufgeregt war ich allemals. Aber als mein Dozent, Dr. Norbert Kramer
herbei eilte, um nachzufragen, ob es ein Problem gab, war ich gerade dabei zu
erklären, dass ich mit einer deutschen studentischen Gruppe da bin. "That's my teacher", sagte ich sofort, nachdem Herr Kramer seine Frage
stellte. "You are her teacher? Okey..", waren dann seine letzten
Worte, mit welchen er mich zur Gruppe ließ.
Auch war es von Vorteil,
dass ein jüdischer Freund mich vorab darauf hinwies, dass es wichtig
sein könnte, wenn ich in solch einem Falle mehrmals betone, dass ich mit einer
deutschen Gruppe unterwegs bin. Das tat ich genau so. Und geholfen hat es mir
mindestens seelisch sehr.
--
Oder
als wir die Checkpoints im Land, welche die Grenzen zwischen dem israelisch
besetztem Palästina, auch Westbank genannt und Israel markieren, überqueren
wollten. Da wurde ich (zunächst einmal) aus dem Auto gebeten und nach meinem
Koffer wurde ich gefragt, den ich extra aus dem Kofferraum rausholen und
vorzeigen sollte.
Matthias,
unser Fahrer des "Spaßmobils Sonnenschein" (unsere Autos hatten alle
einen Namen), half mir zum Glück dabei. Zum Glück, weil ich unglaubliche
Magenschmerzen hatte. Hatten uns vorher nämlich verfahren, und konnten lange
Zeit leider nicht für kleine Mädels mal weg..
Jedenfalls
schlüpfte ich aus dem Auto raus und ja, mit der Sicherheitsbeauftragtin in das
kleine Häuschen mit dem Sicherheitscheck, samt Koffer. Auch meinen Geldbeutel
samt Inhalt wollte sie sehen. Ja. Gut. Wenigstens durfte ich nach dem freundlichem Sicherheitscheck wenigstens die Last ablassen. Womit
ich nicht die einzige war, und diejenigen, die dabei waren, wissen auch, dass
ich nicht die einzige bin, die an diesem Checkpoint unter Generalverdacht
erleiden musste ^^. Nähere Infos gibt's bei 'nem Glas Çay ^^.
Unwohl
fühlte ich mich im jüdischen Viertel in Jerusalem etwas. Als ich mir etwas zum
Essen holen wollte, musste ich eine Weile anstehen, um meine Bestellung zu
geben. Zehn Minuten warteten wir mindestens in diesem kleinen Sandwich-Laden,
währenddessen mich ein älterer Herr, der neben mir anstand, mit einem bösen
aber gleichzeitig fragenden Blick anschaute. Vielleicht war er sich nicht ganz
sicher, was ich da treibe. Wie es sein kann, dass eine Muslima dort was zum
Essen einkauft. Aufgefallen ist mir ja schon, dass nicht so viele Muslime auf
der jüdischen Seite kursieren. Aber der unfreundliche Blick war einfach zu
lang. Beharrlich lächelte ich ihn die zehn Minuten lang an, ja und das ging
dann, bis er es schaffte mich tatsächlich auch anzulächeln.
Genau
das waren Momente, die mir zeigten, ok, es sind Vorurteile irgendwie spürbar
sichtbar da, aber sie existieren, weil man, vor allem und fast eigentlich nur
in Jerusalem, sein Gegenüber nicht kennt. Weil Muslime wahrscheinlich nie auf
der jüdischen Seite essen oder einkaufen gehen, und andersrum. Und diese sind
überwindbar. Zum Glück.
Das
Tuch passt nicht, aber dann irgendwie doch zu mir (--> kleiner Exkurs)
Die
"Gretchenfrage" der Muslima des 20. Jahrhunderts nach dem Kopftuch
wurde natürlich auch zwischendurch gestellt. Wieso ich es tragen würde.
Und dass es irgendwie nicht zu mir passe.
Ganz
ehrlich: Ich merkte, dass ich kein Musterbeispiel einer Antwort hatte. Obwohl
ich so oft danach gefragt wurde. Und obwohl ich schon so oft auch mit anderen
Freundinnen, die das gleiche Glück mit mir teilen, eine Kopftuchträgerin zu
sein, ich versuchte jedes Mal für mich neu zu definieren und zu reflektieren,
wieso ich das überhaupt mache. Vor allem, wie ich dazu kam? Bei einer Familie,
in der von 6 Frauen (Mama, vier ältere Schwestern und ich), ich die Einzige
bin, die ein Kopftuch trägt. Vielleicht habe ich das Bedürfnis, diese Info hier
reinzupacken, um zu betonen, dass ich mich selber dazu entschied. Dass ich
nicht religiös erzogen oder dazu getrimmt wurde, irgendwann einmal ein Tuch,
oder DAS Tuch zu tragen. Ganz im Gegenteil. Papa riet es mir ab, Mama war nicht
begeistert, eine Schwester dachte ich sei in der Sekte gelandet, der Anderen
war es irgendwie egal, nach dem Motto: "Leben und leben lassen". Und
die mittlere ältere Schwester freute sich zwar und bewegte auch meinen Papa
dazu, mich machen zu lassen, was ich wolle. Es sei schon die richtige Wahl. Ich
tat es dann auch, im Jahre 2007.
Aber
seit dieser Entscheidung habe ich noch nicht so stark darüber nachgedacht
gehabt, ob das Tuch wirklich zu meinem Charakter passt.
Denn
mir wurde auf und nach der Exkursion, heute erst zum wiederholten Male, gesagt,
dass ich ja ganz anders sei, als man das von mir hätte erwartet. Dass ich ja
gar nicht so schüchtern sei, wie man meinte. Dass ich ja auch mal im Rhythmus "abgehen" kann, wenn mal Rockmusik im Auto läuft. Und dass ich auch
mal, ja: Spaß haben kann. Auch wenn ich in einer Parallelwelt lebe und die
Lichter beim Stichwort "Hard-Rock-Cafe" nicht
sofort aufglühen (--> Johanna, der war an dich^^).
Ich
kam nach langer Reflexion zum Ergebnis, dass das Kopftuch auf jeden Fall zu mir
passt. Und es mich unter Druck stellt, wenn Menschen meinen, dass es zu mir
nicht passen würde, weil ich mich in ein gewisses Schema bewusst oder unbewusst
gesteckt empfinde.
Ich
wünsche mir, dass es nicht heißt, "Bei dir ist es anders", oder "Der Islam passt einfach nicht zu dir", sondern
"Aaah, Muslime können auch anders sein, als ich dachte". Es gibt nämlich
DEN Prototyp Muslima oder Muslim schlicht und ergreifend nicht. So wollte man
die Heterogenität der Muslime nicht unterschätzen.
Bedeutung
des Dialogs
Genau
aufgrund mitunter diesen Erkenntnissen durch die Begegnung mit verschiedenen
sehr wertvollen Menschen hoffe ich, dass diese Bekanntschaften sich nicht in
Luft auflösen, sondern Früchte tragen. Das kann natürlich auf die
verschiedenste Art und Weise sein. Ob das jetzt durch das Pflegen dieser
Bekanntschaften sein wird, oder durch das Erinnern und Gedenkens sein wird, und
das Pflegen von Freundschaften, egal ob mit Juden, Muslimen, Christen,
Buddhisten, oder Areligiösen, Atheisten, Agnostikern, Andersgläubigen und
Andersdenkenden sein wird, bleibt jedem selber überlassen.
Der Prophet Muhammed (Friede sei mit ihm) sagte nicht umsonst, dass Menschen sich am besten und schnellsten über drei Wege kennen lernen:
1) durch die gepflegte Nachbarschaft,2) durch den gegenseitigen Handel, und 3) durch eine gemeinsame Reise.
Auf
dieser Reise konnte ich nachvollziehen, weshalb der dritte Punkt von ihm
(Friede sei mit ihm) aufgeführt wurde. (:
Freiheiten
Deutschlands machen mich zur Verfassungspatriotin
Schrieb es auch schon wo anders: Ich möchte dieses Land
wirklich nicht verlassen! Denn es gibt kein schöneres Meer oder Wetter als das
der Meinungsfreiheit! Und deshalb liebe ich Deutschland so sehr - wegen seiner
Meinungsfreiheit und dem Demokratieverständnis hier vor Ort. Auch wenn es noch
Lücken gibt. Die gibt es überall auf der Welt. Und zwar gewaltige, im Gegensatz
zu hier. Das, was für uns selbstverständlich ist, ist wo anders schon gar nicht
mehr so "natürlich" und "normal".
An dieser Stelle möchte ich mich bedanken:
bei Professor Kai Trampedach, Herrn Dr. Johannes Wienand, Herrn Dr. Kramer, die die Organisation und Durchführung der Exkursion ermöglichten. Auch dem Herrn Dr. Dr. Dr. Vieweger, ein christlicher Archäologie, ursprünglich aus Deutschland, der uns vom Ölberg aus durch das christliche Jerusalem führte und Notizen aus dem Alltag zum Thema "Siedlungspolitik" unter vielen anderen Themen, erfahren ließ.
Und bedanken bei meinen Eltern und zunächst einmal bei meiner Animone, und dann auch meinen vielen lieben Freunden, die mich bei meiner Reise unterstützt haben. Nein, es ist nicht selbstverständlich. Die Unterstützung.
An dieser Stelle möchte ich mich bedanken:
bei Professor Kai Trampedach, Herrn Dr. Johannes Wienand, Herrn Dr. Kramer, die die Organisation und Durchführung der Exkursion ermöglichten. Auch dem Herrn Dr. Dr. Dr. Vieweger, ein christlicher Archäologie, ursprünglich aus Deutschland, der uns vom Ölberg aus durch das christliche Jerusalem führte und Notizen aus dem Alltag zum Thema "Siedlungspolitik" unter vielen anderen Themen, erfahren ließ.
Und bedanken bei meinen Eltern und zunächst einmal bei meiner Animone, und dann auch meinen vielen lieben Freunden, die mich bei meiner Reise unterstützt haben. Nein, es ist nicht selbstverständlich. Die Unterstützung.
Sonntag, 20. Oktober 2013
Internationale Konferenz zur Friedenspädagogik 2013 - Was können Schulen beitragen?
Kleiner Hinweis: Auch die Folien der Power Point Präsentationen anschauen;)
Schloss Schwetzingen
|
Moschee im Schlossgarten Schwetzingen
|
Auf dem Weg zur Friedenskonferenz 2013
|
| Grußwort der Stadt Mannheim, die die Schirmherrschaft übernommen hat |
Interaktionen mit dem Publikum
|
Hochkarätige Referentinnen und Referenten
|
1. Sektion
Professor em. Dr. Volker Lenhart, Universität Heidelberg
|
Professor em. Dr. Gavriel Salomon, Universität Haifa / Israel
|
Professor Dr. Jonathan C. Taylor. Universität Liberia / Westafrika
|
2. Sektion
Vorträge von Agneta Ucko (Schweiz), Prof. Dr. Kodric (Bosnien) (-vorgelesen von Nuh Duran)
und Dr. Idris Hadi Salih (KRG-Irak)
|
Journalistinnen der renommierten Zeitung ZAMAN:
Betül Özdemir, geb. Celik und Hilal Akdeniz, geb. Tuncay.
|
3. Sektion
| Professorin Dr. Havva Engin, PH Heidelberg |
| Dr. Rene Ferguson, Johannesburg / Südafrika |
| Dieses Zitat über "Ubuntu" ließ Fr. Dr. Ferguson Tränen vergießen |
| Uli Jäger macht Anmerkungen zu Ubuntu |
4. Sektion
| Professor Salomon in seinem Element - er teilt hier gerade seine neuen Erkenntnisse aus der Kaffeepause :) |
| 1. Vortrag der 4. Sektion: Friedenspädagoge Uli Jäger |
| Last but not least: Dr. Jochen Thies, Publizist / Deutschland |
| Danksagung. Und Professor Salomon :) |
Internationaler Musik- und Tanzevent zum Ausklang
im Rokokotheater des Schwetzinger Schlosses
| Kinder aus aller Welt singen "Heal The World" |
| Kalinka |
| ein kurdisches Volkslied |
| kurdischer Volkstanz |
| Kasachischer Tanz |
| Kasachisches Lied |
| Georgien |
Danke für die tolle Organisation an das TDB e.V., Stadt Mannheim, PH Heidelberg, Heim-MaT, IBW Uni HD!
Und für die gute Moderation: Ümit Korunay.
Es war ein lehrreicher, impulsiver und friedensfördernder Tag. Hoffentlich werden daraus ganz viele Früchte geerntet.
info@intpec.org
www.intpec.org
Für alle auf dieser website veröffentlichten Bilder gilt: alle Rechte sind vorbehalten. Copyright by C. G. Jedwede Vervielfältigung und Veröffentlichung, auch das Herunterladen aus dem Internet, ist genehmigungspflichtig. Dies gilt ausdrücklich auch für die Verwendung zu privaten Zwecken. Nicht genehmigte Veröffentlichung zieht ggf. strafrechtliche Schritte nach sich.
Labels:
Bosnien Herzegowina,
Friedensbildung in der Schule,
Friedenskonferenz,
intpec2013,
Irak,
Israel/Palästina,
Johannsburg,
KasacKKDeutschland,
Liberia,
Menschenrechte,
Schloss Schwetzingen,
Transkulturalität
Abonnieren
Posts (Atom)
Über
- Ephi Soja
- Schwäbische Alb, Baden-Württemberg, Germany
- undhiertrifftmanaufundnocheinentropfen aus dem ozean. einen tropfen guter ernte. einen tropfen für das löschen des feuers. einen tropfen wahrheit. einen tropfen hoffung. einen tropfen klarheit.


