Freitag, 22. März 2013

Über Performativität, Theatralität und Realität

[e 22.März 2013]
Nicht selten kommt es vor, dass man in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich „auftritt“. Sei es innerhalb der Familie als Tochter oder Sohn, sei es im Eheleben als Gattin oder der Gatte, oder sei es an der Universität als Studentin / Student, oder im Freundeskreis „die Verrückte“ oder „der Stille“. Ist man, zu wem man zugeschrieben wird, oder wird zuerst (!) eine Eigenschaft, eine Rolle zugeschrieben, und man spielt sie? Je nach „Rolle“ ist oder kann das unterschiedlich sein. Wenn man an der Universität als Studierende/r immatrikuliert ist, ist man Student, weil das so festgelegt ist. Aber bei Bezeichnungen wie „die Verrückte“ oder „der Ruhige“ haben Faktoren der Fremdzuschreibung einen Einfluss. Doch das „Vorspielen“ einer Rolle, die man sich aussucht, können Zuschreibungen auch in einem bestimmten festgelegten Rahmen kontrolliert werden. Wenn jemand als naiv gelten möchte, aber eigentlich fähig ist, kritische Distanz einzunehmen, ist das einfacher sich als naiv auszugeben – wohingegen es andersrum sich als schwieriger erweist. Dennoch ist es Tatsache, dass Menschen in verschiedene Rollen schlüpfen. Egal ob man das bewusst aus sich heraus macht, oder unbewusst dazu verleitet wird. Wie oft kommt es denn nicht vor, dass Menschen schon bei alltäglichen Handlungen sich anzupassen. Dass man aufpasst wie man isst, sitzt, geht, steht – je nachdem ob es wichtig ist, dass man gerade gesehen wird oder nicht. Daheim sitzen viele Menschen anders als sie das bei einem Abendessen mit der Chefin / dem Chef tun würden, oder verhalten sich in einem Gespräch mit dem Ehepartner unter vier Augen anders, als wenn Personen mithören, was gesprochen wird.

Bei einem Schauspiel ist es nicht viel anders: Schauspieler versuchen eine Rolle besonders gut zu spielen, weil zugeschaut wird. Die Zuschauer bzw. die Rezipienten stehen hier im Vordergrund. Auch etymologisch gesehen steht beim Begriff Schauspiel im Zusammenhang des Theaters das Schauen im Vordergrund. Nicht das Spielen. Die Zuschauer, welche hier die Rezipienten darstellen, machen das Spielen zu einem Schauspiel. Genauso kann man sich jedoch die Frage stellen, ob denn nicht gespielt wird, weil geschaut wird, statt geschaut wird, weil gespielt wird. Im Schauspiel ist es klar: da wird gespielt, damit geschaut wird. Aber auch geschaut, weil gespielt wird. Schauspieler würden auch nicht spielen, wenn keiner schauen würde. Und so ist es in der Realität auch ähnlich. Bis auf den einzelnen Aspekt, dass nicht gespielt wird, damit geschaut wird – wobei das auch schon sein kann.

...

Es stellt sich die Frage, wo die Schwelle zwischen der Theatralität im Schauspiel und der Performativität im realen Leben ist..


[e 22.März 2013]

während des Verfassens einer Hausarbeit über: 
Performativität und „Theatralität“ in Wolfram von Eschenbachs Prazival, Buch III, 145,7 – 161,9 (Parzivals 1. Ankunft am Artushof), bei Professor Ludger Lieb. Universität Heidelberg.

Samstag, 9. März 2013

Buchvorstellung / Kitap Tanitimi - Talha Ugurluel: Kanuni Sultan Süleyman

Sultan Süleyman der I., auch der Gesetzgebende (=Kanuni) genannt, herrschte jahrelang mit seinem ausgezeichneten Personal, welches
a) aus dem serbischstämmigen Großwesir des Osmanischen Reiche
s, welches sich mittlerweile auf drei Kontinente ausgebreitet hatte, Sokollu Mehmet Pascha ,
b) dem Kapitän der Meere namens Barbaros, welcher den höchsten militärischen Rang der osmanischen Marine inne hatte, auch Kapudan-i derya, (< deryalarin kaptani < Kapitän der Meere) genannt,
c) dem Architekten Mimar Sinan,
d) dem Scheichülislam, welcher zu Sultan Süleymans Zeiten der Qur’an-Exegete Ebussuud Efendi war und
e) dem kurdischstämmigen Dichter des Osmanischen Reiches, Mahmud Abdulbaki bestand, mit großer Gerechtigkeit.
Wer war der Herrscher, welcher die weiteste Expansion des Osmanischen Reiches zu beherrschen vermochte? Wo fand seine Erziehung statt, wie und von wem wurde er unterrichtet und ausgebildet? An welchen Orten verbrachte er seine Zeit und welche Aufgaben hatte er zu übernehmen? Welche Einflüsse auf die späteren Entwicklungen wurzeln in seiner Ausbildungszeit? Auf welche Reisen begab er sich während seiner Regierungszeit und welches politische Engagement und Streben zeigte und wies er auf?
Der Historiker Talha UğurlueI, welcher mit seinen Reiseberichten im TV und Reise-Führungen Geschichte bei Menschen jeden Alters greifbar macht, verfasste nun ein historisches Werk, welches die durch dem Gesetzgebenden Sultan Süleyman eroberten Gebiete, seine Hinterlassenschaften, Bauten und Burgen behandelt und mit Fotos zur Veranschaulichung darlegt.
Uğurluels nähere Beschreibung von Persönlichkeiten rund um den Gesetzgeber und der Menschen im historischen Kontext weist eine neue Art der Geschichtsbehandlung dieser Zeit auf. „Was passierte in der Zeit der Prinzen bzw. der ‚Schehsaden‘ und der Herrschaftszeit in Europa und Asien? Welche Herrschaftsformen existierten auf fremdem Boden? Welche Herrscher regierten über welche Gebiete? Wie umfassend war die Macht der für die Osmanen Fremden? Worin lagen ihre Ziele und Pläne?“ Auch diese Fragen sollen in diesem Werk beantwortet werden. Diese vergleichende Analyse leistet auf eine transparente Weise einen Beitrag zum besseren Verständnis über situationsbedingte Verhaltensweisen Kanunis und seinem Personal, über Ziele verschiedener Mobilisationen und der getroffenen Entscheidungen und auch verhilft Begründungen von Kanunis Entscheidungen nachzuvollziehen.
Talha Uğurluel wird Sie mit dem Werk: “Dünyaya Hükmeden Sultan Kanuni” (voller Titel: Dünyaya Hükmeden Sultan Kanuni. Gerceklerin Anlatildigi Bir Tarih Kitabi“ auf deutsch: Der Weltherrscher Sultan Kanuni. Eine authentische Widergabe von historischen Begebenheiten“) in eine Welt beginnend am Geburtsort Kanunis in Trabzon über den Ort Manisa, an dem er Schehsade war, über Istanbul, wo er als Sultan ankam bis hin zu den Orten in Europa, die er einnahm und die Expansion somit zur größten Ausdehnung des Osmanischen Reiches vollzog, einführen und in dieser begleiten. Sowohl über seine Ehegattin Hürrem Sultan als auch über Ibrahim Pascha aus Parga, wie auch über Mihrimah Sultan, Tochter Hürrems und Süleymans I. und Großwesirs und Schwiegersohn Süleymans Rüstem Pascha, wie auch über viele anderen historischen Persönlichkeiten werden in diesem historischen Werk bisher unbekannte Seiten ans Tageslicht rücken.


Obiger Text ist die Übersetzung von folgender Buchvorstellung:


"Kanuni Sultan Süleyman, sınırları üç kıtaya yayılmış Osmanlı İmparatorluğu’nu sadrazamı, Sokullu Mehmet Paşa; kapudan-ı deryası, Barbaros; mimarı, Mimar Sinan; şeyhülislamı, Ebussuud Efendi; şairi, Bâki olan muhteşem kadrosuyla, yıllarca adaletle yönetti. Kimdi bu cihan sultanı? Nerede, nasıl ve kimler tarafından yetiştirilmişti? Bu yetişme sürecinde nerelerde kalmış ve hangi vazifeleri yerine getirmişti? Buralarda hayatının ilerleyen safhalarını etkileyen ne gibi gelişmeler olmuştu? Saltanat yıllarında hangi seferlere çıkmış, siyasi olarak nasıl bir mücadele sergilemişti?

Televizyon ve gezi programlarıyla 7’den 70’e herkese tarihi sevdiren Talha Uğurluel, şimdi de Kanuni Sultan Süleyman’ı fethettiği beldeleri, bıraktığı eserleri, yaptırdığı kaleleri çektiği fotoğraflar eşliğinde anlatıyor.

Uğurluel, Kanuni’nin çevresindeki insanları, ailesini ve o günün dünyasını yakından tanıtarak tarih anlatımına taze bir soluk getiriyor. "Şehzadelik ve saltanat yıllarında Avrupa’da ve Asya’da neler oluyordu? Kimler, hangi devletleri yönetiyordu? Bu devletlerin gücü, amacı, planları neydi?" sorularının da cevabını veriyor. Bu mukayeseli inceleme, Kanuni ve kadrosunun hangi durumlarda neye göre nasıl bir tavır sergilediğini, nereye hangi amaçla sefer yapıldığını, alınan kararların gerekçelerini tüm açıklığıyla anlamanızı sağlıyor.

Talha Uğurluel, Dünyaya Hükmeden Sultan Kanuni kitabıyla sizleri Kanuni’nin doğduğu Trabzon’dan şehzadelik yaptığı Manisa’ya, padişah olarak geldiği İstanbul’dan fetihlere çıktığı Avrupa’ya götürecek; Hürrem Sultan’dan Pargalı İbrahim’e, Mihrimah Sultan’dan Rüstem Paşa’ya kadar birçok tarihî şahsiyetin bilinmeyen yönlerini anlatacak
"

Dienstag, 26. Februar 2013

Die Weide

einsam am Hang-

stark genug,
um nicht vom
Sturm umgeweht
zu werden.
zu schwach,
um sich von der Einsamkeit
zu lösen.

Geneigt zum Abgrund
welken sich weinend
die Blätter
der Weide
am Hang.

Trauern tut sie nicht
die Weide
hochmütig und standfest
steht sie da.


Plötzlich gewinnt
sie an Bedeutung
die Weide
mit ihrer
Gesamtheit
mit ihrem Ausdruck der Treue.
Mit ihrer Einsamkeit.

Als wär sie sich
der Einsamkeit
bewusst.
Als würde sie sich gar nicht
einsam fühlen
sondern
nur allein.
allein,
aber nicht einsam.

Ja, gewiss
nicht einsam.
Alleine
steht sie da
die Weide
am Hang.

Umgeben von tönendem Rauschen des Hains
zu lauschen nach wundersamen Worten
an klingenden Orten, um die Sorten
der Wahrnehmungen richtig zu verorten.

[e 29. Januar 2012]

[entstanden im verschwitzten Telefonzentrum Heidelbergs Altstadt aus der Muse der Zeichnung Anastasias]

Montag, 18. Februar 2013

Abrahamisches Wirtschaften, oder: Ähnliche Ansätze für eine gerechte Wirtschaft aus Bibel und Qur'an



Die grundsätzliche Erkenntnis liegt darin, dass die Erde Gott gehört und nicht in unserem Machtbereich ist. Daraus leitet sich das abrahamische Wirtschaften ab, welches folgendes festhält:
a) Geld ist keine Ware zur Gewinnung von Mehrgeld.
b)  Wirtschaft soll dem Gemeinwohl dienen, nicht dem Einzelnen.
c) Mentalität von Gier muss überwunden werden und in das Wohl aller umgewandelt werden
d) Für alle Menschen sollte die Basisversorgung möglich sein.
e) Steuerrecht hat überflüssigen Reichtum abzusetzen und ab einem bestimmten Einkommen progressive Steuer zu verlangen
f)  Kein absolutes Eigentumsrecht, sondern Nutzungsrecht sollte existieren
g)  Zinsverbot sollte eingeführt werden.

Insgesamt wird erkenntlich, dass abrahamisch gesehen gemeinsame Schritte getan werden können. Christliche oder muslimische Wirtschaftler müssen mit diesem Appell, eine neue Achsenzeit zu etablieren, angesprochen und angeschrieben werden. Eine Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen kann auch durch die Einführung von Bibel-Koran-Kreisen gefördert werden.
So wie im Qur‘an[1] beispielsweise das Zinsverbot als Gebot gültig ist, wurde im Christentum noch im Mittelalter das Zinsverbot praktiziert. 

Um Überlebensfragen und ein Wirtschaftssystem, was auf Profit, Nutzen und z.T. Ausbeutung beruht, zu überwinden, soll reflektiert werden, was auf Solidarität, Einheit und Glaubensbruderschaft aufzubauen ist. 

Und dies vor allem deshalb, weil die Bundesrepublik Deutschland heute als multikulturelle Gesellschaft zu verstehen ist, in der viele Religionen wie der Islam und das Christentum nebeneinander gelebt werden. 

Auch wenn in der Wirtschaft die Religion sich als nicht für die Wirtschaft zuständig etabliert hat, wird aus dieser Schrift erkenntlich, dass die Religion Antwort auf alle Lebensfragen gibt.
Der Grund, weshalb auf das Zinsverbot stark eingegangen wurde, ist die soziale Spaltung und die „Armut“, die es seit der Zinseinnahme gibt. Denn mit der Zinseinnahme entstand das Schuldenhafte. So kommt es auch, dass in der Genesis das Wort „arm“ nicht vorkommt.

Nur mit der Praxis religiöser Prinzipien kann das Ende einer Marktökonomie, welche teilweise mit der Imperienbildung begann und derzeit ihren Höhepunkt erreicht hat, herbei gerufen werden. Die Praxis würde nicht nur das Ende der Finanzkrise herbeirufen, sondern auch aktuellen Krisen, die die Wirtschaft allgemein, die Ernährung, das Klima, das Artensterben etc. betreffen. 

Die Möglichkeit gemeinsamen Verstehens und Handelns zwischen Muslimen und Christen muss im Vordergrund stehen und kann sicherlich mit dem sich deckenden Wirtschaftsverständnis vorherrschender Konzepte erweitert werden.

Muslime und Christen für gerechte Wirtschaftsordnung sind nicht nur für gläubige Christen oder Muslime offen, sondern für alle, die die Verantwortung für eine Wirtschaftsordnung übernehmen wollen. Für eine Wirtschaftsordnung, welche eine Überlebenschance in der Zukunft gewährleisten kann.
Es existieren bereits Islamische Banken, die zinslose Leihe ermöglichen. Auch jüdische Netzwerke sympathisieren stark mit diesen Islamischen Banken, die von der Finanzkrise eben in keinster Weise betroffen waren. Verhindert werden Formen der Gewinn- und Verlustbeteiligung.

„Die leistungslose Bereicherung zu Lasten der Bevölkerungsmehrheit mittels Zins und dessen fatale Wirkungen sind der Begründungskern dafür, dass (immer mehr) Christen wie auch andere Religionen das kapitalistische Wirtschaftssystem ablehnen, wie es die 24. Generalversammlung des Reformierten Weltbundes im August 2004 in Accra beschlossen hat.“ [2] 

So ist der Kapitalismus als abzulehnendes Gesellschafts- und Wirtschaftssystems zu verstehen und eignet sich als vordringliches Thema für interreligiösen Dialog oder auch „Trialog“.



[1] Vgl. Sura 2 oder Sura 3/130 u.v.m.

Montag, 24. Dezember 2012

animone. nemos animone.

es ist so schön sich aufgehoben zu fühlen. ohne dass man ausgefragt hinterfragt oder zerfragt wird. 

ohne vorurteile hört man dir zu. 

das gesagte steht dann selbstreferentiell für sich und dient nicht dazu, um durchanalysiert, durchdefiniert und verpulverisiert zu werden.
gedanken um der gedanken willen. so wie kunst um der kunst willen. keine hermeneutik. keine interpretation. für sich.

so kommt es, dass man sich uninterpretiert nicht einsam fühlt. so kommt es, dass das geteilte leid zum halben wird.

schön, dass es dich gibt, seit 2006 gibt, und insallah bis in die ewigkeit geben wird, meine animone!

Sonntag, 16. Dezember 2012

Appell

Gedämpftes Licht
geschlossene Sicht.
Am Kreuze, 'Jesus'.
Menschen unter seinem Fuß
stehen vor einem Leid
sprechen ein Eid
aus Liebe zu Gott
können nicht fort
von ihren Gedanken:
Verfangen in Schranken
der eigenen Geschichten
versperren die Sichten.
Lieben verständlicherweise
den Dahingeschiedenen leise.

Wenn sein Tod wäre wahr,
so wäre die Liebe klar.

Doch da ist eine Menge
wie in einem Gedränge
unklar in den Köpfen.

So haben wir viel zu schöpfen
an Wissen: um zu geben,
für ein wahres Leben.
Für den Glauben an die Wahrheit
zu schaffen die Klarheit.

ameen.


[e Dezember 2011, Stuttgart, JesusTreff]

Samstag, 15. Dezember 2012

Mit der Ringparabel schloss sich nun der Rahmen der III. Heidelberger Islamwochen


Im Rahmen der III. Heidelberger Islamwochen fand am 12.12.12 die letzte Veranstaltung in Form einer Podiumsdiskussion statt. Das Thema war Politik und Religionsfreiheit im Judentum, Islam und Christentum. Die Referenten, Vertreter der drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Durch den interreligiösen „Trialog“, eröffnet die Studentin Melanie Minor-Nouira von der ESG, soll das gegenseitige Verständnis gefördert werden. Gleichzeitig soll den Besuchern die Gelegenheit gegeben werden, Fragen an die Vertreter der drei Weltreligionen, Rabbiner Janusz Pawelczyk-Kissin, Elhakam Sukhni, M.A. und Pfarrer Anselm Friederich-Schwieger, bezüglich des Themas Religionsfreiheit zu stellen.
Veranstalter der 8. interreligiösen Podiumsdiskussion ist die ESG – die evangelische Studierendengruppe, welche seit mehreren Jahren diesen „Trialog“ fördert und fordert. So kam es nach einer Absprache mit der Muslimischen Studierendengruppe und der Studierendenvertretung der Hochschule für Jüdische Studien  auch dieses Jahr zu diesem Gespräch unter Gläubigen und Interessenten. Es ging darum, darzustellen, ob und wenn ja, wie die einzelne Religion oder die Schrift irgendwelche Vorgaben in Bezug auf das Verhältnis von Politik und Religion macht. Wie ist oder wäre der Umgang mit Andersgläubigen in einem jüdischen, christlichen oder muslimischen Staat? „Man darf kritisieren, was man liebt.“, ist die Hauptaussage des Pfarrers der Jakobusgemeinde Anselm Friederich. Als Stadtrabbiner Pawelcyk auf Hetzfilme oder Karikaturen, wie „Jud Süß“ eingeht, sagt er ganz klar, dass man sich die Frage stellt, ob es sich für Kunst lohne, Menschen so tief zu verletzen. Allein aus Respekt vor dem Anderen.
So ging es neben der Frage nach Religionsfreiheit auch um den Toleranzgedanken und die Meinungsfreiheit. Sukhni ging besonders auf den Umgang von Andersgläubigen, egal ob mit Christen und Juden oder mit nichtmonotheistischen Religiösen wie Nichtreligiösen ein und machte deutlich, dass die Primärquellen des Islams jeglichen Zwang in der Religion verbieten. Mit den Impulsen des letzten Referenten, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Islamische Theologie, Elhakam Sukhni, begann die Diskussion, welche vom Universitäts- und Studierendenpfarrer, Dr. Hans-Georg Ulrichs moderiert wurde.
„Solche interreligiösen Gespräche verhelfen dazu, sich besser kennen zu lernen und auch mal Fragen an Personen zu stellen, die sich auskennen. Überhaupt Fragen zu stellen.“, betont eine Studierende aus dem Publikum. Und nicht nur diese Podiumsdiskussion verhalf zum besseren Verständnis, sondern auch insgesamt die III. Heidelberger Islamwochen. „Großes Lob an die MSG, war eine sehr professionelle Veranstaltung.“, meint ein Absolvent der Naturwissenschaften, welcher an allen Veranstaltungen der diesjährigen Islamwochen teilnahm. „Wir haben die Referenten sich frei entscheiden lassen, ob sie einen wissenschaftlichen Vortrag a la Vorlesung halten möchten, oder ob sie durch ihren performativen Auftritt einen spirituellen Impuls zum Nachdenken geben möchten. Keinerlei Vorgaben gab es diesbezüglich!“, sagt ein Mitglied der MSG. So entstand ein abwechslungsreiches Programm und man hoffe noch auf weitere Islamwochen, so einer der Vorstandsmitglieder der MSG Heidelbergs.

Freitag, 14. Dezember 2012

Islam - Nun unverhüllt?

- ein Resümee.

Nach fünf Vorträgen in den Hörsälen der Universität Heidelberg und zwei Moscheebesuchen im Industriegebiet Heidelbergs, fand am Mittwoch, den 12. Dezember 2012 die letzte Veranstaltung im Rahmen der III. Heidelberger Islamwochen statt. Das Interreligiöse Gespräch mit Vertretern der drei Weltreligionen, Rabbiner Janusz Pawelczyk-Kissin, Pfarrer Anselm Friederich-Schwieger und Elhakam Sukhni, M.A., regte zum Nachdenken über Religionsfreiheit und Politik an.

ES STELLT SICH DIE FRAGE, OB DENN DIE
III. HEIDELBERGER ISLAMWOCHEN NUN DAZU BEITRUG, DASS DER VERBORGENE UND UNBEKANNTE ISLAM TRANSPARENTER FÜR ÜBER DEN ISLAM UNKUNDIGE GEWORDEN IST.

„Nach Gesprächen mit Besucherinnen und Besuchern unserer III. Heidelberger Islamwochen habe ich gemerkt, dass es ganz gut war, die Referenten frei wählen zu lassen, ob sie einen wissenschaftlichen Vortrag halten möchten, oder einen eher spirituelleren, so wie es bei dem über das Leben des Propheten Muhammad war. Das macht das Programm spannender und bunter.“, stellt eine Engagierte aus der Muslimischen Studierendengruppe der Universität Heidelberg fest. „Die Evaluationsbögen werden es noch einmal handfester zeigen, was für die kommenden Jahre noch verbessert werden kann und muss, aber auch worin die Vorteile in solch einer Vortragsreihe über den Islam bestehen.“, fügt sie hinzu.
Das Programm bestand aus vielfältigen, auch zum Teil umstrittenen Themen wie das Leben mit der Scharia, Al-Andalus – Geschichte einer muslimisch-europäischen Tradition und dem Thema Muslime im säkularen Rechtsstaat. Besonders der Vortrag zum Letzteren von Dr. Cefli Ademi machte deutlich, dass der Islam grundsätzlich nicht im Gegensatz zu den Zielen des säkularen demokratischen Rechtsstaat steht. In der von Rauf Ceylan herausgegebenen Reihe für Osnabrücker Islamstudien zum Thema Islam und Diaspora. Analysen zum muslimischen Leben in Deutschland aus historischer, rechtlicher sowie migrations- und religionssoziologischer Perspektive  ist der Vortrag Ademis in Form eines Aufsatzes ab Seite 123 wiederzufinden. „Deutsch-europäischen Muslimen [zu denen sich Cefli zählt] wurde der freiheitlich säkulare Rechtsstaat in die Wiege gelegt. Sie sind mithin ein europäisch sozialisierter Teil dieser Staatskultur und leben wie selbstverständlich in und mit ihr; ein entscheidender Umstand, den es immer wieder zu betonen gilt. Der säkulare Rechtsstaat kann im gegenwärtigen Vergleich mit Recht als Erfolgsmodell bezeichnet werden.“, so der Jurist Ademi. Seine Worte „Ich bin Verfassungspatriot und gläubiger Muslim – das ist kein Widerspruch”, fügt er am Ende der Fragestunde hinzu.
„Ganz gleich, aus welcher Kultur wir kommen, welchen Glauben und Hautfarbe wir haben und ganz gleich, wie unterschiedlich wir dem Anschein nach sind, wir leben in einer Gesellschaft zusammen.
Wir können unser gemeinsames Leben durch mehr Toleranz, Mitgefühl und gegenseitigen Respekt bereichern und daher wünsche ich der Heidelberger Islamwoche viel Zuspruch und Erfolg.“, waren die Wünsche des Bürgermeisters für Kultur- und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg Wolfgang Erichson vor Beginn der Islamwochen Heidelbergs. „Die bekamen wir: Zuspruch und Erfolg.“, resümiert ein Vorstandsmitglied der MSG Heidelberg.


[15. Dezember 2012]

Freitag, 2. November 2012

Stoffwechsel

"Ein Dialog ist das Gespräch unter zwei Menschen. Es ist das sich Verständigenwollens." (irgendein Wörtebruch, schrieb es mir auf. zerriss es mit dem Übertrag. Wie stark die Menschen drauf abzielen, alles gequellt haben zu wollen... tut mir leid an alle durstigen nach ner Fußnotenquelle. Sucht euch euch Sittigende.)

Eine andere Definition von Dialog ist die Verständigung, die zwischen unterschiedlichen Kulturen, verschiedenen Religionen, unterschiedlichen politischen Haltungen von Statten läuft.
Es ist der Weg, um miteinander über verschiedene Meinungen zu kommunizieren. Meinungsaustausch zu betreiben. Und sich der Vielfalt bereichern.
Dialog im religiösen Sinne, im religiösen Kontext ist der Austausch der eigenen Werte und dem eigenen Standpunkt, ohne die Absicht, sein Gegenüber bekehren zu wollen.

Während des Dialogs kann diskutiert werden, oder man einigt sich, oder man teilt sich lediglich gegenseitig den eigenen Standpunkt mit.

Wenn von dieser Definiton des Diaolgs ausgegangen wird, kann man sagen, dass Dialog dazu beiträgt, Empathiegefühl zu entwickeln, sich kennen zu lernen und gemeinsamen Problemen ähnliche Ansätze einer Lösungen zu finden.

[e ca. September 2009]

Aber wenn man nicht nur alles sich erst einmal theoretisch bewusst macht, sondern der Realität ins Gesicht blickt, offenherzig und offenäugig:

Dann erkennt man mit Erstaunen die Unmöglichkeit eines solchen Dialogs.

>>
"Hey du!"
-"Ja?"
"Ich red doch mit mir selbst."
-"Ja, ich doch a."
<< (Badesalz)


in Wirklichkeit sehen Gespräche wie die der obigen aus.

Aneinander vorbei. im Monolog. Mit sich selbst.

[02. November 2012, kalte Herbstnacht im Feld 129]


Freitag, 31. August 2012

Dua. Mütevazilik. ve Sabir.

Duayi hissetmek. Duayi okur iken onu yasamak. Dua ile yeniden dirilmek. Ümidini yitirmeyip hayata sarilmak. Yeniden baslaya bilmektir dua. Dua edebiliyor ise bir insan cabaliyor demektir. Ruhu ölmemis demektir. Medet umdugu Rabbi vardir demektir. Sabir gösteriyor demektir. Demektir de demektir.

Peki Duanin önemini kayda degmezcesine hafife alip israr etmeden kenara atmak?? ...
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Duayi birde hayata gecirmek vardir. "Okur iken onu yasamak" dedik ya. Yasam da zaten Duadir. Yani insanin attigi adim, agzindan cikardigi ses ve söz, planladigi hususlar, arzu ettigi emeller, gelecege dair hazirliklar... bunlarin hepsi birer duadir... Bu yüzdendir ki suur lu bir sekilde adim atmanin, ses ve söz cikarmanin, hedefli olmanin, hedefe ulasma planlar kurmanin, emeller arzulamanin, hazirlanmanin gerekcesi.

insanin gecirmis oldugu maziler, insanin gecirdigi bugünler, ve insanin gecirecegi gelecekler bu yüzden saniye be saniye önem tasiyorlar.. ! elimiz ile tutamadigimiz zamani degerlendirmek adina o saniyeleri hakki ile gecirme önemi...

Hakki ile bir hayat yasana bilinse idi.... bir cok felaketten korunmus olurduk. Ama müslümansiz müslümanligin oldugu bir dönemde 
- bos verin hakki ile hayat yasayabilmeyi - insan bulmakta ne kadar zorlaniyor isek, hakkiyla yasanan hayat bulmaktada, attigimiz adimlari dogru dürüst (!) atmakdada, dogru düzgün yasamaktada o kadar zorlaniyoruz biz insanlar..


 Yanlis anlamayin, kendimi alcaltmiyorum. "Mütevazilik" yapip aslinda insanlari sucluyorum! Kendimide dahil ediyorum. Ediyorumki, "mütevazilik" kategorisine girsin. Dile getirmeden bugünün insani anlamiyor "mütevazilikten".

Ah Mütevazilik...

Nereye kayboldun bu yüz yilda yerin dibine mi girensin, yoksa göge cikip havalardami ucansin??? geri dön! geri dönde, insanlik seni taniyip, dile getirilmek zorunda kalmayasin!

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Nerde kalmistik==??

Dogru dürüst (!) adim atmakta kalmistik. Hakki ile hayat yasamakta kalmistik.  Atamiyoruz biz insanlar demistik. Dogru dürüst yasayamiyoruz. sonra ayni cinsten hatalilari yaftaliyoruz. emir vermeye baslayip, karsi tarafin emri vakilerimize uymasini bekliyoruz. Beklemiyoruzda, istiyoruz! Emrediyoruz ya...

Sanki kendimiz - ne derler - sütten cikmis ak kasigiz.

belkide siyah degilde beyaz süte yatmak lazim bir gün, yalanlarimizdan dolanlarimizdan uyanmak icin, biz (!) insanlar = hatalilar!

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Allah dir cok sükür hatalari affeden. Insan degil. Allah dir merhameti bol (!) olan. Insan degil Allahdir ayiblari örten. Insan degil. Müslümanda degil. Allahdir Herseyin en iyisini bilen. Cok sükür: Insan degil! Allahtir herseyin en iyisini bilen. HER seyin en iyisini. Herseyin EN iyisini. Allahdir, tek tek hesabini soracak olan! Herseyi gün yüzüne cikaracak olan! Felaha erdiren! Bu günlerinde gecmesini saglayacak olan! Sabir verecek olan! Insanlarin yaptiklarini yanlarina kar birakmayacak olan. Güzel günleri getirecek olan...

az daha sabir!

Sabir: öyle bir kelime ki. öyle bir mana iceriyor ki. sadece bir tür "insan cesidine" hitab eder. sadece imanliya tesir eden bir tavsiye icerikli kelimedir sabir kelimesi....

az daha: sabir!

Amin.


Heidelberg. 31 Agustos 2012. 21:57. Mavisi silinecek olan Tarlada.

Donnerstag, 5. Juli 2012

diesmal geht es um den Nathan den Weisen...



1.   Kurz zum Inhalt...
In dem fünftaktigen Drama „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing geht es um das Nutzen der menschlichen Vernunft und um Toleranz gegenüber anderen Religionen. Im Mittelpunkt steht der weise Nathan, ein jüdischer Kaufmann. Dieser lebt im Jerusalem der dritten Kreuzzugszeit und wird, als einerseits ein Templer seine christliche Ziehtochter Recha aus dem brennenden Haus rettet und andererseits Sultan Saladin ihn um Darlehen angeht, in Ereignisse verwickelt, die in eine multi-religiöse Familienzusammenführung münden. Nathan selbst leistet einen großen Beitrag zur Familienzusammenführung von seiner christlichen Adoptivtochter Recha, Saladin, dem muslimischen Sultan und dem judenfeindlichen Tempelherrn.
Den Höhepunkt bildet die Ringparabel, die im dritten Akt vorkommt und die Gleichberechtigung der drei monotheistischen Religionen betont.
2.   Mögliche Deutung...[1]
Gotthold Ephraim Lessing, der 1729 in Kamenz geboren wurde, gilt als einer der bedeutendsten Aufklärer Deutschlands. Er setzte sich besonders für religiöse Toleranz ein, weshalb er auch die sogenannten „Fragmente eines Unbekannten“ veröffentlichte, an welchen sich ein heftiger Streit entzündete.
In diesem Streit war der Hauptpastor Goeze sein erbittertster Gegner und griff ihn heftig an. Anfänglich antwortete Lessing mit Streitschriften, um Goeze zu widerlegen und seine eigenen Ansichten zu verbreiten, doch als ihn der Kurfürst zu Sachsen der Zensur unterwarf, musste Lessing einen anderen Weg finden seine Überzeugungen zu verteidigen.
Durch das 1779 erschienene dramatische Gedicht „Nathan der Weise“ nutzt Lessing nun das Theater als „Verkündungsort“ zur Darlegung seiner Überzeugung.[2]
Anderweitig wird „Nathan der Weise“ als „ein Schauspiel der vollendeten Humanität“[3] bezeichnet. Als Haupthandlung wird die Ringparabel[4] hervorgehoben. Diese Ringparabel wird so gedeutet, dass  sie „die natürliche Religion der Humanität in der Lehre bekräftigt, daß gute Taten fortdauernd gute Taten erzeugen.“[5] Religion der Humanität wird als menschliche Vernunft interpretiert. Sie verlangt die Loslösung von dem dogmatischen Festhalten an Lehren, die sich widersprechen. Genau das verlange das aufklärerische Werk Lessings. [6]
3.   Wichtige Aspekte des Textes
„Nathan der Weise“ verkörpert Toleranz gegenüber anderen Religionen. Die Ringparabel untermauert den Versuch Lessings, die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam unter einen Hut zu bringen und alle als wertvoll darzustellen, alle als „tolerierenswert“ darzustellen.
Auch der Schauplatz des Geschehens, Jerusalem, unterstützt dieses Verlangen, die verschiedenen Religionen zu berücksichtigen: In  Jerusalem treffen alle drei Weltreligionen aufeinander und empfinden ihn als heiligen Pilgerort.   
Genauso wird die Weisheit Nathans betont. Es heißt nicht „Nathan der Menschliche“, „Nathan der Jude“, oder „Nathan der Gläubige“ – Es heißt „Nathan der Weise“, wobei weis für aufgeklärt stehen kann. Nur ein aufgeklärter Mensch, der seine menschliche Vernunft verwendet, kann so tolerant, wie es Nathan ist, sein.

4.   Nathan der Weise - Ein Werk der Aufklärung (1720-1800)
Das Drama entstand im 18. Jahrhundert – ein Jahrhundert, in dem der Begriff „Aufklärung“ angekommen war. Dieser Begriff war der Name einer in Europa vorherrschenden geistigen Strömung. Die Richtlinie des Handelns und der Erkenntnis war nicht mehr die christlich geprägte Lehre, sondern die Vernunft. Diese stellt alle Autoritäten infrage und nutzt zur Kritik die Toleranz gegenüber anderen Meinungen und die Meinungsfreiheit.
Genau hier setzt das Werk Lessings „Nathan der Weise“ an. Das Drama transportiert aufklärerische Ideale von Vernunft und religiöser Toleranz, woran man erkennt, dass das Drama ein Werk der Epoche Aufklärung ist. 
5.   Meine Haltung.....
Toleranz – ein Begriff der oft propagiert, aber schwer umgesetzt wird. Als deutsche Muslimin mit türkischem Migrationshintergrund lebe ich in einer Welt, in der meine Werte, die nicht menschenrechtswidrig sind und selber zu Toleranz und Liebe postulieren, zum Teil toleriert werden, zum Teil falsch interpretiert und verpönt werden. Deshalb bekomme ich die Toleranz, von der oft gesprochen wird, wenig zu spüren.
So finde ich Werke wie „Nathan der Weise“ wichtig, denn sie verkörpern eine gewisse Meinungsfreiheit und rufen zu tolerantem Verhalten auf. Ich finde es wichtig, dass Schüler, Studenten, Lehrer oder Eltern etwas lernen, wenn sie mit Lessings Werk in Berührung kommen: Genauso wenig wie ich in kein Leben eingreifen können sollte - solange dieses Leben der Allgemeinheit und sich selbst nicht schadet - genau so sollte in mein Leben keiner aufgrund seiner Intoleranz eingreifen können – unter der Bedingung, dass ich Niemandem und mir nicht schade.
Schön, dass Lessing mit seinem Werk von vor etwa zwei Jahrhunderten, mich das zu spüren lässt, was ich heute oft nicht zu spüren bekomme: Toleranz.


 
[e WS 2010/2011 in Augsburg]

[1] Peter, von Düffel: Erläuterungen und Dokumente. Gotthold Ephraim Lessing. Nathan der Weise, Stuttgart 2006
[2] Vgl. Von Düffel: Nathan, S. 100f.
[3] Von Düffel: Nathan, S. 192.
[4] Die Ringparabel, die in dem Werk Lessings vorkommt ist nachzulesen unter: http://www.internetloge.de/arst/ringpa.htm
[5] Von Düffel: Nathan, S. 192.
[6] Vgl. von Düffel: Nathan, S. 192f.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Über das Schreiben


Wieso schreiben Menschen? Wieso schreiben wir? Wieso schreibe ich? Den Drang mehr als produzierten Wörter zu vermitteln und aus Leidenschaft zum Stift greifend die passenden Begriffe zu finden für das, was in uns brennt. Für das, was gesagt werden muss.
Von klein auf hatten wir das Bedürfnis zeitlos zu schreiben. Den Anspruch an uns selber, universell zu schreiben.
Man wartet, um zu schreiben. Wartet auf den richtigen Moment, wartet auf die aufzuschreiben Wert seiende Begebenheit, wartet auf die Muse, wartet auf einen Schreibauftrag. 

Und plötzlich ist der da, 

der Auftrag. 

Man könne was schreiben. Und plötzlich sind wir überfordert, zu schreiben.
Überfordert die zeitgemäße Kritik in Worte zu fassen – auf dem Papier. 

Das, was aus dem Munde tagtäglich fließt, findet somit einen Stopp. Kein Stopp im Denken – keineswegs. Aber ein Stopp im Verschriftlichen. 

So sucht man sich „große“ Denker, die es auch nicht zu schreiben vermochten. Man braucht ja eine Legitimation des plötzlichen NICHT-MEHR-Schreiben-Könnens.

Konnten wir es denn jemals? Wie viele Menschen erreichten wir denn? Für jede einzelne Person wäre ich dankbar. Ist es denn mindestens Eine? Das ist ungewiss. Gewiss ist jedoch, dass noch so viele zu erreichen sind, um an der Wahrheiten zu sensibilisieren.

Doch wie viel wissen wir selber von der uns offenbarten Wahrheit uns offenbarten Wahrheit_en? 

Wie viel meinen wir zu wissen?

Dazu bedarf es an einer langen ausgiebigen und aufrichtigen Selbststudiums.

Nur der Allwissende ist der Wissensgebende.

Uns bleibt die Hoffnung darauf, richtiges Wissen anzueignen dieses Wissen auf 'richtigem' Wege „vernützlichen“.

[e 22. Januar 2012]

[ü 31. August 2014]



Sonntag, 13. Mai 2012

Zuordnung: Mensch.

Oh, Mensch,

riechst du die grellen Töne?
Schmeckst du die schrillen Bilder?
Hörst du die bittren Künste?
Siehst du die schlechten Düfte?

Oder

riechst du die bittren Düfte,
schmeckst die schlechten Künste,
hörst die schrillen Töne,
siehst die grellen Bilder?

Oder nimmst du das Wahre wahr:
Riechst das Süße,
Schmeckst das Gute,
Hörst das Nette und
Siehst das Schöne?

Nimmst du das Wahr für wahr?
Hälst du das Wahr für Hoch?
Gibst du das Wahre weiter?

Oh Mensch,
bist du es des Menschen zugeordnet zu werdens Wert?



Donnerstag, 26. April 2012

Stich im Herz



Aus dem kranken Kopf geht hervor
das Wort des Schmerzes
welches tief im Bauche liegt
am Boden weinend blutend
zertrümmernde Gefühle.
schmerzende Gedanken.
Liebe in der Seele liegend.
Fühlen tasten spüren
kennen
lieben.
nicht weniger.
doch nicht möglich.
Genießen des schmerzvollen Augenblicks
Denn tiefer geht es nicht.
Spürender geht es nicht.
Tastender geht es nicht.
Darf es nicht. Wird
es nicht. Gläserne Augen
schauen heimlich zur Heilenden. Zur Heilung versprechenden.

Zu beobachten das Lieben.
Möchte lieben das Lieben.
Möchte nah sein.
möchte tasten und getastet werden.
Nähe riechen.
Wärme des Hauches hören.
Die sanfte Stimme der Seele spüren.

Rauschendes Gewässer im tiefliegenden Sumpf.
Das aufzuleben versucht.
tief im Inneren
der defizitären Seele.

"Sprich doch", heißt es...

Das Sprechen unterdrückt.
Man will es gar nicht wissen.
Und doch das Vortäuschen von Interesse.
Aufsetzen eines fragenden Gesichtes. 
Nicht aus böser Absicht.
Nicht um des Vortäuschens willen.
Wahrlich fragend. Wahrlich intressiert.
Was jedoch mit dem ersten Hauch von Erklärung erlischt. erlöscht.
verlöscht. verklingt. Ohne jeglichen Nachklang

Sitzend schreiben würde ich so gerne stundenlang.....

unangenehemes Gefühl.
Die Frage nach Akzeptanz, Lob und Nähe.

gutes Ablenkmanöver.
Weg ist das Gefühl des Unangenehmen.

elhamdulillah.


Sonntag, 1. April 2012

. sinnloses Morden


Krachendes Lachen noch im Rachen,
weit weg vom Aufwachen,
vermachen Tatsachen -
so schmerzvoll.

Ich möchte in Worte fassen Das,
was ausdrückt das Leid onmaß.
Unbeachtete Reihenfolge der Ereignisse
Lässt vergessen Vermeindnisse.

Beschuldigend die zu Beschützende
Lässt vergessen die Menschlichen:
Zu zeigen mit dem Finger auf Ausnutzende,
aufzudecken die Qualen aus dem Heimlichen!


Bewusst unbewusst verantwortlich,
spielten mit das böse Spiel vermeintlich!
Lassen foltern, brechen samt Rechte –
Sollten gesperrt sein in enge Schächte!


Ein Ende wird es gewiss geben,
bloße Gerechtigkeit sollen sie erleben.
Zu töten solch unschuldige Leben,
wird lassen das Ende weben.

Silben in Narben, Narben aus Kerben,
wird sie lassen verderben in Scherben.

Aufhören soll dieser Krieg.
Kein Weiterer wird bringen den Sieg.
Nur die Beachtung der Ursachen
Kann verhelfen zu unschuldigem Lachen!

Doch gerade steckt noch
krachendes Lachen weit im Rachen,
fern weg vom Aufwachen,
vermachen Tatsachen -
so schmerzvoll.

[e 15. Februar 2009]

[bearbeitet am 02.03.2013]

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09. Juli 2014. Ergänzende Worte:

"Was wäre der Nahost ohne seinen Konflikt. Der Westen finanziert uns seit dem", teilte ein israelischer Koch in Haon mit. "Eine Lösung wird es - obwohl weite Teile Israels das Unrecht erkennen, nicht geben. Uns und auch den Palästinensern, die auf israelischem Boden leben, geht es seither besser." Und tatsächlich sah ich und sprach ich Juden und Muslime, Israelis und Palästinenser, die in Haon, in Tel Aviv, in Haifa friedvoll nicht neben- sondern miteinander leben und arbeiten.

Aber Frieden wird es auf Erden vermutlich nie wieder geben. Immer werden auf beiden Seiten diejenigen Unruhe stiften, die sich mit einer Zweistaatenlösung nicht zufrieden geben können werden. Für den einen zu Recht. Für den anderen zu Unrecht. Allahu alem.
 

Freitag, 30. März 2012

„Göcmenlerin ülkemize olan katkisinin görünür hale getirip, ön yargilarin kirilmasini istiyorum“ diyen bir Heidelberg uyum bakanimiz oldugunu kac kisi biliyordur acaba?

 

Heidelberg Belediye Baskanin Dr. W. Erichsonun davetine istirak eden MSG (Müslümün Üniversiteli Dernegi) – baskanlarina yerel projeler ve uyum hakkinda bilgiler verdi. Sözleri ile uyumun tek tarafli olmadigini hissettiren Erichson yerel projelerin göcmen kökenli üniversitelilerin tanitmasini istedigini belirtti. „Belediyemizin kapilari her kesim insana acik. Ben sizlerinde Belediye baskaniyim, ne güne duruyorum“ dercesine göcmen kökenli yada göcmen üniversiteliler olarak kendilerini bu topluma ait hissetmelerini vurguladi.

Heidelbergde bir cok göcmenin Üniversiteli olmasi uyum problemlerini azalttigini dile getirdi Heidelberg Uyum Baskani W. Erichson. Dolayisiyla bu durumu firsat olarak bilip birlikte calismayi arzu ettigini söyledi.
Tanitilmasini istedigi proje Interkültürel Merkezin (Interkultureller Zentrum) kurulmasi.
Bu projeyi yöneten Nisan 2012 de göreve baslayacak ve planda 2016ya kadar sürecek olan projeye ilk adim atmis olacak.
Hedef: Amerikalilari Heidelbergden cekilmesi sebebi ile bos kalacak olan arazilerin birini bu proje icin kullanilmasi degisik 
kültürleri bir merkez halinde toplanip Dialogun kolaylastirilmasi. Degisik dine mensup olanlarin birbirini tanimasi icin herkese acik olan iftar cadirlarindan, noel baba kutlamasindan Buddistlerin bayramina kadar Heidelberg sehri olarak düzenlenecek.
Böyle bir merkezin kurulmasi ilk etapta dinler ve kültürler arasi Dialog icin cok önemli bir adim olmus olacak.
„Temennim odur ki, Mayis ayinda tanitimin Üniversitede yapilmasi ve bu asamada Üniversitelilerin aktif olmalari, cünki yapilacak daha cok is var“, sözleri ile Heidelbergin MSG baskanlarini ugurladi. 


ausgeschöpfte freiheit



frei in Gedanken. nicht gedankenfrei.

frei in der meinung. nicht meinungsfrei.

frei im ausdruck. nicht ausdrucksfrei.

frei in der recherche. nicht recherchefrei.

frei in der existenz. nicht existenzfrei.

frei im sein. nicht seinfrei.

frei im glauben.
frei im fragen?
frei im denken?
frei im schreiben?
frei im sagen?
nicht sinnfrei...

[e 10. März 2012]
über dem Neckar im Bus ins Feld

Donnerstag, 29. März 2012

Kein Samstags-Weltverbesserer, sondern eher: stille Meister aller Tage


Wieder einmal wache ich während meiner Zugfahrt nach HD mit Rückenschmerzen auf. Vor dem Zug-Nickerchen las ich einen Artikel über „das Erwachen an einem Samstagmorgen“.
Darin stand, dass das Erwachen an einem Samstag anders als das Erwachen am Montag oder Donnerstag sei. Dass man am Samstagmorgen den Gedanken des Weltverbesserns mit dem Aufwachen lässt. Doch da fallen mir nach meinem kurzen Nickerchen eine Menge Menschen ein, die jede Sekunde, selbst im Schlaf davon träumen, die Welt ein wenig angenehmer, lebensdienlicher und friedlicher zu gestalten.
(Möge unsereiner zu Letzteren gehören.)
Am Ende seines Textes schreibt der Autor über die Dissonanz zwischen dem reinen Gedanken, die Welt zu verbessern und der bitteren Realität, mit der er sich konfrontiert sieht.
Genau das ist ja der Grund, die bittere Realität, die Einen dazu bewegen sollte, etwas – wenn´s auch nicht unbedingt gleich die ganze Welt ist – zu verändern, zu bewegen, zu regen.
Es geht auch nicht um die Veränderung, die sichtbar wird. Sondern um das reine Bestreben und die Absicht, Gutes zu tun! So ist es im Islam. So sagt Allahu Teala es.
Die Absicht aus welcher Taten sichtbar werden ist das Alleinentscheidende.
Möge Allah (c.c.), der Allerbarmer, der Barmherzige, uns zu altruistischen Menschen werden und auf Seinem (c.c.) Wege nach Gutem streben und sterben.
So wie einst jene und heute immer noch welch zarte Wesen.. wie die die auch gerade neben mir Sitzende, welcher Allah ihrem Namen gerecht das Paradies zu geben möge, und ihr Leben nach dem Streben nach Chancengleichheit für die Kinder der Zukunft Richtende…

[e 21. Januar 2012 ergänzt am 16. März 2012]
 


für Fatma K. 

Dienstag, 20. März 2012

Der Ratgeber für alles

An Ihn (s.a.v.)




Wir können ein Nachschlagewerk verfassen. Tipps holen von einem Pädagogen, wie man sich am besten zu Kindern verhält. Was einen guten Unterricht ausmacht. Worauf in einer Beziehung mit einer Schülerin einem Schüler zu achten sei. (Bewusst sollte keine Geschlechterunterscheidung  gemacht werden. Sie ist lediglich zu Verdummung da. Dennoch übernehme ich sie aus Rücksicht auf darauf Wert legende…)
Als werdende Lehrerin liest man vieles von Comenius, Wiater oder andere „Urpädagogen“ und Vätern der Pädagogik. Von Ratschlägen wie von diesen ist hier die Rede.
Dann sollte es in diesem Nachschlagewerk ein Kapitel über ein gutes Ehe-Leben geben. Wie verhält man sich zueinander. Worauf ist zu achten, um sich selber sagen zu können, dass man eine gesunde Ehe führt.
Oder ein Kapitel über die Beziehung zu den Eltern und anderen Familienmitgliedern.
 Auch wie ein Staat geführt werden sollte. Oder, wie man sich im Alltag zu benehmen hat. Worauf bei alltäglichen Angelegenheiten wie „Sitzen“, „Essen“, „Reisen“, „Schlafen“, etc. die man auszuüben nicht verhindern kann, am Gesundesten vollzieht.

Dieses Nachschlagewerk sollte etwas sein, mit dem jeder Mensch sich identifizieren kann.
Sowohl der Kommunist, als auch der Christ, sowohl der Jude, als auch der Grüne, sowohl der Europäer, als auch der Asiate als auch der Afrikaner und sowie auch der Amerikaner. Sowohl der Muslim als auch der Atheist.
Das Nachschlagewerk sollte Niemanden benachteiligen. Nicht den Mann, nicht die Frau, nicht den Hasen, nicht den Hund, nicht den Schwein und nicht das Rind. Nicht die Gurke nicht das Blatt, nicht die Tomate, nicht die Zwiebel.
Nichts und Niemanden.
Es sollte die Freiheit sein von Niemandem so einschränken, dass ein Anderer daraus Profit ziehen könnte. Es sollte letztendlich vor allem für ein Gleichgewicht sorgen.
Und für den Frieden!
Niemanden kann ich mir das besser als Ratgeber vorstellen und es gibt Keinen, der auf alle – auch nicht eben genannten – Bereiche / Problem- / Wunschfelder des Lebens einen Rat und ein Beispiel geben könnte. Und das mit seinem „way of life“ und das ist der Prophet Muhammed (Friede sei mit Ihm, sallallahu aleyhi vesellem).
Wenn wir über die Leben der anderen Propheten so gut wie Seines (F.s.m.I., s.a.v.) kennen könnten, was aufgrund der gegebenen Quellenlage nicht möglich ist, was jedoch sicherlich einen Grund hat, gäbe es an deren Leben mit Sicherheit ebenfalls nichts auszusetzen. Nichts. Jedoch wissen wir heute am Meisten über das Leben des letzten Propheten, des Propheten Muhammed (F.s.m.I., s.a.v.)
Und sein Leben bietet Halt und Sicherheit und Schutz für jeden Einzelnen. Jeden einzelnen Menschen, jede einzelne Pflanze, jedes einzelne Tier, jedes Lebewesen oder auch tote Wesen auf dieser Erde, von denen wir als Menschen mit begrenztem Verstand und begrenzter Macht möglicherweise nichts mitbekommen, auch! In diesem Sinne Vesselam.

[e22. Januar 2012]




Dienstag, 13. März 2012

Wie kann interkultureller Beitrag Integration fördern? Oder: Angst vor dem Unbekannten ist Wurzel von Hass…

04.03.2012 Regionalfinale Nürnberg: Nasreddin Hoca und der Weihnachtsmann im Gespräch



Was ist Kultur, was Integration? In einem Zeitalter wie diesem hört man Definitionen über Definitionen was diese Begrifflichkeiten wie Kultur und Integration angeht. Genauso weiß man mittlerweile Integration von Assimilation zu unterscheiden. Doch Integrationsprobleme hin oder her.  
Gastarbeiter wurden vor etwa 50 Jahren angeworben, damit sie die ökonomische und wirtschaftliche Lage Deutschlands ankurbeln. Danach sollten sie wieder gehen, weshalb man sehr spät anfing, über Integrationskonzepte nachzudenken. Weder vom deutschen Staat wurde eine Integration gefordert und gefördert, noch waren sich Migranten aus unterschiedlichen Gründen über eine Integration bewusst. Aber heute sieht man – wie auch der aktuelle kommunale Integrationsplan der Stadt Heidelberg – häufig den regen Austausch zwischen verschiedenen


Kulturen als obersten Lösungsansatz. [1] 
Und genau deshalb ist kultureller  Austausch für die Integration so wichtig. Neben dem kulturellen Reichtum, der aus solch einem Austausch resultiert,– denn viele Kulturen weisen nicht unbedingt Diversitäten sondern vielmehr Vielfalt auf - trägt kultureller Austausch zur Integration bei und dient als Lösungsansatz von Migrationsproblemen.
Nur durch einen Austausch kann gegenseitiges Verständnis aufrecht erhalten werden.
Ansonsten: wird das Fremde zum Feind: “SARRAZIN-Leser bekommen wohl bei dem Anblick arabischer Schriftzeichen schon Überfremdungsängste.
Angst vor dem Unbekannten ist Wurzel von Hass“, heißt es in der Wochenzeitung der Freitag vom 4.3.12. [2]
Das hört man auch aus einem Gespräch eines Journalisten mit dem Professor Dr. Klaus Boehnke, welcher sozialwissenschaftliche Methoden an der Jacobs University Bremen lehrt. Als er gefragt wird, was er als Forscher denn unter Integration verstehe und ob es dass ist, dass Türken künftig in die Kirche statt in die Moschee gehen, antwortete dieser Folgendes:
„Die Öffentlichkeit stellt sich darunter (=unter Integartion) die Anpassung an deutsche Lebensweisen vor. Wissenschaftlich bedeutet Integration dagegen, die mitgebrachte und die vorgefundene Lebensart zu verbinden, also in beiden Kulturen verhaftet zu sein. In Kanada werden ausländische Heimatvereine vom Staat gefördert und gleichzeitig der Spracherwerb zur Pflicht gemacht. Das ist die richtige Herangehensweise. In der Bundesrepublik gibt es beides nicht.“
Auf die Frage, wo Integration nicht stattfinde, während in der dritten und vierten Generation Deutsch gesprochen wird, beantwortet Boehnke, dass sich (e)inige in Moscheevereine und eine Parallelgesellschaft zurück(ziehen). Das ist häufig die Folge von Ablehnung durch die Mehrheitskultur und bietet Geborgenheit. Solch eine Form von Multikulti (hält Boehnke) aber nicht für erstrebenswert. Boehnke betont, dass es einen ständigen Austausch geben muss. Dafür benötigen wir aber Voraussetzungen wie die doppelte Staatsbürgerschaft und eine erleichterte Einbürgerung, sagt Boehnke.[3]
Eines der Früchte interkulturellen Austausches und ein sichtbares Beispiel von interkulturellem Austausch ist die deutsch-türkische Kulturolympiade.[4] diese Olympiade dient als Zeichen gelungener Integration, an dem türkischstämmige Schülerinnen und Schüler bekannte Werke großer Dichter wie Rainer Maria Rilke, Clemens Brentano oder Eichendorff vortragen, und deutschstämmige Schülerinnen und Schüler türkische Lieder und Gedichte vor einem deutsch-türkischen Publikum von über 1000 Zuschauern vortragen. Eines dieser Deutsch-Türkischen Kulturolympiaden fand beispielsweise im Mannheimer Rosengartens Musensaal statt, was die Vorrunde der eigentlichen Deutschland-Preisverleihung war, welches am Sonntag, den 29 April 2012 in der Messe-Festhalle in Frankfurt am Main stattfinden wird.[5]

Und genau da sind Früchte gelungener Integration zu sehen zu spüren zu erleben.



[1] Siehe Integrationskonzept der Stadt Heidelberg
[4] Siehe Aktuelles der Zaman der lezten und kommenden Wochen


an die blühende blüte


Über

Mein Bild
Schwäbische Alb, Baden-Württemberg, Germany
undhiertrifftmanaufundnocheinentropfen aus dem ozean. einen tropfen guter ernte. einen tropfen für das löschen des feuers. einen tropfen wahrheit. einen tropfen hoffung. einen tropfen klarheit.