Mittwoch, 15. Mai 2013

KCID, Hanseforum und RAMSA auf dem 34. Kirchentag in Hamburg

Muslime in blau-weißem Hamburg unter viel Sonne unterwegs

Motto des Kirchentags. Foto: EC

Wenn man an den Kirchentag denkt, würde man nicht automatisch davon ausgehen, dass man auch Muslimen begegnet. Wie es dennoch möglich ist, im größten christlichen Event Deutschlands auf Muslime anzutreffen, zeigte der Rat muslimischer Studierender & Akademiker, die christlich-islamische Arbeitsgemeinschaft Marl und der Dialogverein Hanseforum e.V., der in Hamburg seinen Sitz hat. 

Gleichzeitig an vier Standorten in Hamburg wurde der 34. Deutsch-Evangelische Kirchentag am 1. Mai 2013 von Bundespräsident Joachim Gauk, dem katholischen Erzbischof Dr. Werner Thissen, Bürgermeister Olaf Scholz und der Bischöfin Kirsten Fehrs mit sonnigem Frühlingswetter eröffnet. Über 120000 Teilnehmer und 40000 Besucher täglich wurden von Hamburg begrüßt. Vom 1. bis 5. Mai waren rund 150 000 täglich beim Deutsch-Evangelischen Kirchentag in Hamburg. Auch nicht-christliche Teilnehmer befanden sich auf dem Kirchentag. Diese waren insbesondere solche, die den interreligiösen Dialog fordern und fördern. Darunter zählen der Rat muslimischer Studierender & Akademiker (RAMSA), die christlich-islamische Arbeitsgemeinschaft Marl und der Dialogverein Hanseforum e.V., der regional in Hamburg aktiv ist. Genauso waren Minderheiten wie die Aleviten oder Menschen des syrisch-orthodoxen Glaubens anwesend. Diese waren mit einem eigenen Stand, künstlerischen Angeboten und Redebeiträgen vertreten.
Ein Programmheft mit 600 Seiten ließ einen wissen, dass immer etwas verpasst wird. Zehntausende von Menschen feierten gemeinsam den Kirchentag und es fiel besonders die friedliche Stimmung auf, welche mit Gebeten und Gesang und politischer Prominenz ergänzt wurde. Ein Blick auf die Dauer-Teilnehmer und Besucher machte sowohl Begeisterung als auch die ein oder andere Ermüdung deutlich. Kritik und Lob wurden sowohl öffentlich als auch im Dialog untereinander ausgetauscht.



B. Genc im Dialog. Foto: EC
Wenn man „Evangelischer Kirchentag“ hört, denken wenige an den interreligiösen Dialog, der am Kirchentag ebenso stattfand. Im Zentrum des Kirchentags, die Messehallen, war diese vorbildliche interreligiöse Offenheit ganz deutlich zu spüren. Passend zum dialogischen Religionsunterricht in Hamburg, wird die Bereitschaft des Dialogs auch auf dem 34. Deutsch-Evangelischen Kirchentag in Hamburg deutlich.
Genc, Reporterin des RAMSA im Dialog
Einer der Veranstaltungen am letzten Abend erreichte unbemerkt von der Öffentlichkeit seinen Höhepunkt mit geschwisterlichen Gebeten aus dem Publikum in der St. Georgskirche. Die Kirche war überfüllt, auf dem Hof standen noch Besucher mit hartnäckiger Hoffnung, in die der Kirche einen Platz finden zu können. Christen und Muslime sendeten eine deutliche Botschaft aus der Kirche, mitten im Herzen Hamburgs aus: Wir möchten genau das, mehr Dialog! „Ich würde mir wünschen, ganz Deutschland wäre so offen und kritikfähig, wie die Menschen hier auf dem Kirchentag. Es ist nicht wichtig, dass man keine Kritik bekommt. Sondern es ist wichtig, konstruktive Kritik zu hören und den Willen des Verstehens zu spüren. Das gilt natürlich für beide Seiten! Auf dem Kirchentag habe ich gelernt, was Dialog wirklich bedeutet: Und zwar das spürbare Miteinander statt das Übereinander! Hierbei geht es nicht um das Überzeugen des Gegenübers, sondern um den Informationsaustausch. Schön, diesen Kirchentag erleben zu dürfen“, so ein der vielen muslimischen Dialogbeauftragten zu Gast in Hamburg.
A. Yassof im Dialog. Foto: EC
Die Bedeutung der Teilnahme von Muslimen ist für die Muslime sehr groß: „Vor dem Hintergrund zuletzt veröffentlichter Studien, welche eine irrationale Angst vor dem Islam bei großen Teilen der deutschen Bevölkerung konstatieren, ist unsere Präsenz am evangelischen Kirchentag von enormer Bedeutung. Hier haben wir die Möglichkeit, uns als Gesprächspartner anzubieten und zu zeigen, dass zwischen der muslimischen und nicht-muslimischen Bevölkerung keine Berührungsängste bestehen sollten“, verdeutlicht Pressesprecher des RAMSA Ahmad Yassof. 

Überwiegend positive Resonanz

Khelladi und sein Dialog-Team vom RAMSA führten am Stand, welches in der Hamburger Messehalle im Rahmen des Kirchentags 2013 aufgestellt wurde, zahlreiche positive Gespräche.
Khelladi (dritter von rechts) mit seinem Dialog-Team. Foto: EC
 „Insgesamt ist die Resonanz sehr groß und überwiegend positiv. Viele Kirchentagsbesucher nutzen die Möglichkeit zum Austausch und kommen mit vielfältigen Anliegen und Fragestellungen an unseren Messestand, was uns natürlich sehr freut. Die Bewunderung der Kalligraphiekunst hat viele Besucher an unserem Stand verweilen lassen und es ist uns gelungen, dadurch eine Brücke zu den Menschen aufzubauen und ins Gespräch zu kommen,“ so Yassof.
Yassof betont auch, dass die vielfältigen vertretenen Initiativen am Kirchentag zeigten, dass das Engagement der Menschen für die Gesellschaft aus religiösen Motiven nach wie vor sehr groß und wichtig ist und fügt ergänzend hinzu: „Kirchliche Organisationen als Träger von sozialen und karitativen Einrichtungen sind zahlreich und werden als selbstverständlich angesehen. Diese Selbstverständlichkeit der Anerkennung und Wertschätzung wünsche ich mir auch für muslimische Einrichtungen und Initiativen, denn die moderne Zeit verlangt von Religionen, dass sie der Gesellschaft einen konkreten Nutzen stiften.“
Erfreut waren die Muslime über die zahlreichen Möglichkeiten der Begegnung unter den Gläubigen verschiedener Religionen. Da zum Kirchentag Gläubige aus ganz Deutschland strömten, war dies eine gute Möglichkeit das Miteinander der Religionen zu proben, so wie es im Alltag eigentlich sein solle.
Frank-Walter Steinmeier und Tezer Güc. Foto: KCID e.V.

Auch der stellvertretende Vorsitzende des KCID (Koordinierungsrat Christlich Muslimischer Dialog e.V.) Tezer Güc sah als seine Aufgabe auf dem Kirchentag, die Bedeutung des Dialogs zu vermitteln. „In den Gesprächen mit den Andersgläubigen, ist uns aufgefallen, dass diesen die Existenz von Muslimen zwar bewusst, jedoch die Kenntnis über den Islam und die Muslime sehr wenig ist.

So war es wichtig, Vorurteile durch fundiertes Wissen abzubauen. Es ist sehr produktiv, die Gelegenheit zu haben, auch unsere Perspektive zeigen zu können“, betont Güc. Sehr erfreut waren Mitwirkende über den Besuch von SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier an interreligiösen Ständen, wie zum Beispiel an dem des KCID.

Muslime zu Besuch an anderen Ständen
Als RAMSAner auch von Stand zu Stand unterwegs sind, begegnen sie den unterschiedlichsten Christen. Darunter Christen, die extra aus Brasilien angereist waren, Baptisten oder Vertretern der CDU. Auch der Pastor der Baptisten in Deutschland habe das Gefühl, als wären alle Besucher mit großer Freude am Kirchentag anwesend:
„Ich habe den Eindruck, dass die Besucher offen sind, gerne hier sind, dass sie nachdenken möchten, sich auch gerne inspirieren lassen“, fasst dieser zusammen. Ergänzt wird vom Pastor, dass er auch viele Dinge von den Besuchern lerne: „Solange man sich im Anderssein respektiert, ist die Begegnung mit Muslimen sehr sehr gut möglich. Wenn mein Gegenüber Probleme damit hat, den Andersgläubigen zu respektieren, dann habe ich auch Probleme damit. Und es ist egal, von welcher Konfession oder Religion er ist.“
Baptist. Foto: B. Genc


Es sei sehr wichtig, dass Muslime am Kirchentag vertreten sind: „Als Gesprächspartner und Herausforderer, den eigenen Glauben zu formulieren, finde ich die Anwesenheit der Muslime sehr wichtig. Ich brauche das Gespräch und ich nutze das Gespräch mit Menschen anderen Glaubens, oder auch gar keinen Glaubens. Auch für mich selbst, weil es mir hilft, den Standpunkt einzunehmen den ich habe. Ich will Worte für mein Glauben finden und merke, dass im Gespräch mit dem Anderen diese geprägt werden“ fügt Pastor der Baptisten in Deutschland hinzu.
Foto: own
Neben dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU/CSU, welcher der Meinung ist, dass der interreligiöse Dialog vorangetrieben werden müsse, sprach auch die Betreuerin des Standes der Partei „Die Linke“ über „Gott und die Welt“. Monika von der Lippe, Leiterin des Bereichs Bürgerdialog Medien, Öffentlichkeitsarbeit beim Parteivorstand der Linken, sei zum ersten Mal auf dem Kirchentag und überrascht von der guten Stimmung der vielen Menschen. Auch die Anzahl dieser und besonders die lockeren, offenen und sehr interessierten Annäherungen der Besucher überraschte sie.
„Es gibt nicht nur Kritik oder Zustimmung, sondern es gibt Redebedarf. Der Dialog wird gesucht! Und das ist für uns ganz großartig, überhaupt diese Möglichkeit zu haben, mit Menschen sich länger zu unterhalten“, betont Monika von der Lippe und zeigt, dass der Dialog nicht nur von Muslimen gesucht wird. Sie unterstreicht damit die Bedeutung des Dialogs im Allgemeinen.
Monika von der Lippe. Foto: B. Genc.
Die Bedeutung, dass Muslime beim Kirchentag vertreten sind, könne laut dem Vizepräsidenten des RAMSA gar nicht hoch genug eingeschätzt werden:
„Wir als Muslime können in einem historisch christlich geprägten Land nur dann als gleichberechtigte Partner angenommen werden, wenn wir aktiv am Dialog mit den christlichen Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften teilhaben. Zum Anderen liegt es in unserem ureigensten Interesse antireligiösen Bestrebungen in einer gemeinschaftlichen Front mit christlichen, jüdischen oder Andersgläubigen entgegenzutreten.“


In der Tat waren zahlreiche Besucher sehr erfreut, dass Muslime teilnahmen. Nicht selten wurden sie für seine Arbeit von jung und alt gelobt. Als Beispiel sei die Begegnung eines Besuchers des RAMSA-Standes erwähnt. Nach einer langen Unterhaltung mit türkischem Tee und Gebäck und einem zufriedenem Lächeln verabschiedete er sich mit den Worten: „Danke, dass ihr hier seid!“

Über den Kirchentag
Der Deutsche Evangelische Kirchentag besteht seit 1949. Das Großereignis wird alle zwei Jahre in einer deutschen Stadt durchgeführt. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag 2013 in Hamburg fand vom 1.-5. Mai 2013 statt. Es gab din diesem Jahr 2013 über 100.000 Teilnehmende und ca. 40 000 Teilnehmer täglich vor Ort.
Mehr zum interreligiösen Dialog auf dem 34. Kirchentag in Hamburg:
·         http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/media/hamj26765.html
Verweise auf Dialogarbeiten in Deutschland
·         http://hanseforum.org/


+++ Hier mein Kirchentags-Artikel (V.I) auf DTJ-online!


+++ Hier auf der Homepage des RAMSA mein Kirchentags-Artikel (V.I) wie auf DTJ, mit mehr Fotos zu sehen!!


+++Hier ein Artikel von Ayse Cindilkaya auf der RAMSA-Homepage zum Kirchentag

Sonntag, 12. Mai 2013

Die Person


So liegen sie da, 
die Rosenblüten, 
machen sie Staub
in deinem Haupt. 

So liegen sie da, 
die Rosenblüten. 
Machen sie Staub
in deinem Haupt. 

Denn nicht vergessen
kann ich Diese, 
denn nicht vergessen
kann ich sie. 

Denn nicht vergessen
kann ich Diese. 
Denn nicht vergessen 
hab' ich sie. 

So liegen sie da, 
die Rosenblüten, 
liegen sie zersträubt
am Boden verstreut. 

So liegen sie da, 

die Rosenblütenm 

zersträubt vom Wind, 
süßliches Kind. 

Werden sie gleich nassen, 
die Tropfen auf sich lassen, 
die Tropfen werden fallen, 
so dass die Töne schallen
im Ohr so rauschend lau. 

Im Ohr
verschallend

grau.


[e 10. Mai 2013]
 

Sonntag, 21. April 2013

in memoriam ad: Muhammad Iqbal


Am 21. April 1938, heute vor 75 Jahren, verstarb Muhammad Iqbal. Ein Literat, Philosoph und Politiker zugleich. Aber was hat Iqbal mit Deutschland zu tun? In Heidelberg auf Spurensuche.


Mehr zu 

#Iqbal #MSG-Projekt # IqbalHeidelberg:

DTJ-ONLINE Muhammad Iqbal

 













 

Montag, 15. April 2013

WMA 2013 - Teil II

Hier zum Verlauf der ganzen tollen Sache:


-->WMA 2013 Presse


Habe dem nichts hinzuzufügen, außer noch bald meine Fotos von der WMA 2013 / Offenbach am Main.

Danke erneut an alle OrganisatorInnen.




Sonntag, 14. April 2013

WMA 2013 - Teil I

Nun haben wir es endlich geschafft! Profitiert haben wir sowohl von qualitativen Vorträgen wertvoller Referenten, als auch von Würstchen mit Pommes zum Frühstück:) Sitt und Satt, egal ob fachspezifisch oder magentechnisch: Wir gingen die letzten 6 Samstage mit vollem Magen und wertvollem Wissen nach Hause. (Man beachte die Reihenfolge, erst voller Magen, dann das wertvolle Wissen..) 

Jedenfalls hat die World Media Akademie 2013 reichlich Spaß gemacht, Impulse gegeben, Türen geöffnet und zu unvergesslichen Begegnungen geführt.. Wer weiß, was aus den TeilnehmerInnen dieser Akademie wird. Mal sehen, was die Zukunft einem so bringt. 

Mittwoch, 10. April 2013

Die Kraft des Wortes

Manchmal kann es vorkommen, dass nicht die Wirklichkeit die Grundlage für das ist, was geschrieben wird, sondern das Geschriebene die Grundlage dafür wird, was mal Wirklichkeit war! 

Schreiben Autoren eine "Wahrheit" um der Wahrheit willen?

Oder wirkt Geschriebenes nicht letztendlich wirklichkeitsstiftend?... 

Die transformierende Kraft der Performativität in Texten fasziniert mich immer und immer und immer wieder...

Dienstag, 9. April 2013

Cahillik / Unwissenheit

Insanin cahili vardir.. Cahilligini bilgi edinmekle gidermeye calisir..

Birde cahil oldugunu bilmeyen vardir.. Iste onlar ile ugrasmak cok zordur... 

"Gerçek bilgi, insanın ne kadar cahil olduğunu bilmesidir", diyor filozofun biri. Ne kadarda dogru demis.. 

Allah bizi cehaletten kurtarsin.. Cahilligimizi bilmeyen kullarindan eylemesin, hep bir ilim pesinde olup Allah yolunda sarf etmeyi nasip etsin..


/


Es gibt den unwissenden Mensch. Dieser versucht eventuell sein Wissen zu erweitern, weil er sich seiner Unwissenheit bewusst ist..

Dann gibt es den unwissenden Menschen, der sich nicht einmal dessen bewusst werden kann, dass er unwissend ist. ... 

Nicht unwissend sagte Konfuzius, dass "wahres Wissen, das eigene Unwissen zu kennen" ist.. Auch ist das geflügelte Wort "ich weiß, dass ich nichts weiß" nicht ganz ohne Grund in den Sprachgebrauch eingegangen. 

Man nehme dies zum Anlass, um sich stets weiterzubilden... um vielleicht auch nur an einen ! Tropfen Weisheit zu gelangen.

Sonntag, 7. April 2013

Allein im Sein

lustig auf's Schreiben -

hatte sie doch - die Lust - noch gestern
verloren gemeint zu haben...

Und da setzt die Freundschaft ein.
Sie treibt an. Sie motiviert. Zumal verlangsamt sie.
Doch vereinnahmt sie nie das Wie. 
Sondern lässt sich pflegen;
eintauchend im Segen. Manchmal
rauchend im Regen steht 
sie da - die Freundschaft. 
Da braucht man sie. Wenn
man steht allein, ja sogar 
halb-einsam. im Regen. ohne Gottes Segen?
"Samt Gottes Segen!" Doch warum
dann dieser Regen? So einsam?

Stille.

Dunkelheit. 

Neigung zum Fallen
in den Abgrund. 

"Siehst du nicht das Licht? Verschließ
nicht die Sicht! Drück nicht zu die Augen
in deiner selbsterschaffenen Dunkelheit!
Trau' dich des Lebens!
Trau dich des Staunens. 
offenherzig. offenaugig. offenohrig."

zu erkennen gilt nun sie - 
die Freundschaft - zwischen Dir und Ihm...

Um des Lebens willen. 

Man weiß nie, 
welche Türen einem geöffnet werden, 
wenn andere zugeschlagen gar verriegelt sind. 

Wenn Freundschaften der Erde
nur bis zu einem bestimmten Grade spürbar sind, 

Wenn man meint
einsam zu sein,

gilt es zu entdecken
das Miteinander im 'Allein'!

[e 11.August 2012]

An halb-einsame Seelen...
An zum Frühling erwachen müssende Nähen...

Samstag, 6. April 2013

oberflächliches hin und her

vermisse wahre freundschaft.

vermisse wärme.

vermisse altruismus.

jemanden, für den ich sein kann,
und der für mich sein kann.

der rest ist nur oberflächliches hin und her

und leer

nicht mehr.

nur Einen kann ich dann sehen, der meine Wunden kann nähen, den ich es mag anzuflehen:

nähr mich so sehr, dass ich als tropfen verschwinde im weiten meer.

ameen.

Donnerstag, 4. April 2013

Ein weiterer veröffentlichter Artikel :)


„Modernität lässt sich nicht an solch einem Kopftuch festmachen“, ist mein zweiter im Nachrichtenportal DTJ erschienener Artikel



[erschienen am 02.April 2013]

Sonntag, 31. März 2013

Erinnerung

so schön der Drang
nach erlesener Unterhaltung

in jedem Deiner Worte steckt
eine starke Haltung.

geöffnet werden einem Jeden
eine Welt neuer Türen,

die aus der tiefsten Dunkelheit
einen Jeden ins Licht führen.

so schön Dich zu erfahren
zwischen all' dem Kummer,

durchdringt die Haut,
sanft,
die belehrende Stimme,
noch im Schlummer.

eine Erinnerung bist Du,
mich trägst durch alle Sorgen,

die meine Seele zu belasten scheinen,
die ich sehen möchte: verflogen.

eine Erinnerung an das Wahre
bist du erschienen aus dem Nichts,

zeigest mir Wege
und weisest durch den Glanz des Lichts.

das Entsprechen Deiner Art
meinen Bedürfnissen

lässt sich für mich nicht erklären
aus den Ereignissen.

ein Sprachrohr meiner Seele,
Wasser für die ausgetrocknete Kehle,
zu erblicken weiteste Täle,
damit ich Dich niemals verfehle.

das Sprachrohr meiner Seele,
Quelle der trocknen Kehle,
Hoffnung als vereinte Seele,
zu erblicken mit Dir weiteste Täle.

[e Nacht vom 18ten zum 19ten Oktober 2009]
[e am 24.März 2013]

Freitag, 22. März 2013

Über Performativität, Theatralität und Realität

[e 22.März 2013]
Nicht selten kommt es vor, dass man in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich „auftritt“. Sei es innerhalb der Familie als Tochter oder Sohn, sei es im Eheleben als Gattin oder der Gatte, oder sei es an der Universität als Studentin / Student, oder im Freundeskreis „die Verrückte“ oder „der Stille“. Ist man, zu wem man zugeschrieben wird, oder wird zuerst (!) eine Eigenschaft, eine Rolle zugeschrieben, und man spielt sie? Je nach „Rolle“ ist oder kann das unterschiedlich sein. Wenn man an der Universität als Studierende/r immatrikuliert ist, ist man Student, weil das so festgelegt ist. Aber bei Bezeichnungen wie „die Verrückte“ oder „der Ruhige“ haben Faktoren der Fremdzuschreibung einen Einfluss. Doch das „Vorspielen“ einer Rolle, die man sich aussucht, können Zuschreibungen auch in einem bestimmten festgelegten Rahmen kontrolliert werden. Wenn jemand als naiv gelten möchte, aber eigentlich fähig ist, kritische Distanz einzunehmen, ist das einfacher sich als naiv auszugeben – wohingegen es andersrum sich als schwieriger erweist. Dennoch ist es Tatsache, dass Menschen in verschiedene Rollen schlüpfen. Egal ob man das bewusst aus sich heraus macht, oder unbewusst dazu verleitet wird. Wie oft kommt es denn nicht vor, dass Menschen schon bei alltäglichen Handlungen sich anzupassen. Dass man aufpasst wie man isst, sitzt, geht, steht – je nachdem ob es wichtig ist, dass man gerade gesehen wird oder nicht. Daheim sitzen viele Menschen anders als sie das bei einem Abendessen mit der Chefin / dem Chef tun würden, oder verhalten sich in einem Gespräch mit dem Ehepartner unter vier Augen anders, als wenn Personen mithören, was gesprochen wird.

Bei einem Schauspiel ist es nicht viel anders: Schauspieler versuchen eine Rolle besonders gut zu spielen, weil zugeschaut wird. Die Zuschauer bzw. die Rezipienten stehen hier im Vordergrund. Auch etymologisch gesehen steht beim Begriff Schauspiel im Zusammenhang des Theaters das Schauen im Vordergrund. Nicht das Spielen. Die Zuschauer, welche hier die Rezipienten darstellen, machen das Spielen zu einem Schauspiel. Genauso kann man sich jedoch die Frage stellen, ob denn nicht gespielt wird, weil geschaut wird, statt geschaut wird, weil gespielt wird. Im Schauspiel ist es klar: da wird gespielt, damit geschaut wird. Aber auch geschaut, weil gespielt wird. Schauspieler würden auch nicht spielen, wenn keiner schauen würde. Und so ist es in der Realität auch ähnlich. Bis auf den einzelnen Aspekt, dass nicht gespielt wird, damit geschaut wird – wobei das auch schon sein kann.

...

Es stellt sich die Frage, wo die Schwelle zwischen der Theatralität im Schauspiel und der Performativität im realen Leben ist..


[e 22.März 2013]

während des Verfassens einer Hausarbeit über: 
Performativität und „Theatralität“ in Wolfram von Eschenbachs Prazival, Buch III, 145,7 – 161,9 (Parzivals 1. Ankunft am Artushof), bei Professor Ludger Lieb. Universität Heidelberg.

Samstag, 9. März 2013

Buchvorstellung / Kitap Tanitimi - Talha Ugurluel: Kanuni Sultan Süleyman

Sultan Süleyman der I., auch der Gesetzgebende (=Kanuni) genannt, herrschte jahrelang mit seinem ausgezeichneten Personal, welches
a) aus dem serbischstämmigen Großwesir des Osmanischen Reiche
s, welches sich mittlerweile auf drei Kontinente ausgebreitet hatte, Sokollu Mehmet Pascha ,
b) dem Kapitän der Meere namens Barbaros, welcher den höchsten militärischen Rang der osmanischen Marine inne hatte, auch Kapudan-i derya, (< deryalarin kaptani < Kapitän der Meere) genannt,
c) dem Architekten Mimar Sinan,
d) dem Scheichülislam, welcher zu Sultan Süleymans Zeiten der Qur’an-Exegete Ebussuud Efendi war und
e) dem kurdischstämmigen Dichter des Osmanischen Reiches, Mahmud Abdulbaki bestand, mit großer Gerechtigkeit.
Wer war der Herrscher, welcher die weiteste Expansion des Osmanischen Reiches zu beherrschen vermochte? Wo fand seine Erziehung statt, wie und von wem wurde er unterrichtet und ausgebildet? An welchen Orten verbrachte er seine Zeit und welche Aufgaben hatte er zu übernehmen? Welche Einflüsse auf die späteren Entwicklungen wurzeln in seiner Ausbildungszeit? Auf welche Reisen begab er sich während seiner Regierungszeit und welches politische Engagement und Streben zeigte und wies er auf?
Der Historiker Talha UğurlueI, welcher mit seinen Reiseberichten im TV und Reise-Führungen Geschichte bei Menschen jeden Alters greifbar macht, verfasste nun ein historisches Werk, welches die durch dem Gesetzgebenden Sultan Süleyman eroberten Gebiete, seine Hinterlassenschaften, Bauten und Burgen behandelt und mit Fotos zur Veranschaulichung darlegt.
Uğurluels nähere Beschreibung von Persönlichkeiten rund um den Gesetzgeber und der Menschen im historischen Kontext weist eine neue Art der Geschichtsbehandlung dieser Zeit auf. „Was passierte in der Zeit der Prinzen bzw. der ‚Schehsaden‘ und der Herrschaftszeit in Europa und Asien? Welche Herrschaftsformen existierten auf fremdem Boden? Welche Herrscher regierten über welche Gebiete? Wie umfassend war die Macht der für die Osmanen Fremden? Worin lagen ihre Ziele und Pläne?“ Auch diese Fragen sollen in diesem Werk beantwortet werden. Diese vergleichende Analyse leistet auf eine transparente Weise einen Beitrag zum besseren Verständnis über situationsbedingte Verhaltensweisen Kanunis und seinem Personal, über Ziele verschiedener Mobilisationen und der getroffenen Entscheidungen und auch verhilft Begründungen von Kanunis Entscheidungen nachzuvollziehen.
Talha Uğurluel wird Sie mit dem Werk: “Dünyaya Hükmeden Sultan Kanuni” (voller Titel: Dünyaya Hükmeden Sultan Kanuni. Gerceklerin Anlatildigi Bir Tarih Kitabi“ auf deutsch: Der Weltherrscher Sultan Kanuni. Eine authentische Widergabe von historischen Begebenheiten“) in eine Welt beginnend am Geburtsort Kanunis in Trabzon über den Ort Manisa, an dem er Schehsade war, über Istanbul, wo er als Sultan ankam bis hin zu den Orten in Europa, die er einnahm und die Expansion somit zur größten Ausdehnung des Osmanischen Reiches vollzog, einführen und in dieser begleiten. Sowohl über seine Ehegattin Hürrem Sultan als auch über Ibrahim Pascha aus Parga, wie auch über Mihrimah Sultan, Tochter Hürrems und Süleymans I. und Großwesirs und Schwiegersohn Süleymans Rüstem Pascha, wie auch über viele anderen historischen Persönlichkeiten werden in diesem historischen Werk bisher unbekannte Seiten ans Tageslicht rücken.


Obiger Text ist die Übersetzung von folgender Buchvorstellung:


"Kanuni Sultan Süleyman, sınırları üç kıtaya yayılmış Osmanlı İmparatorluğu’nu sadrazamı, Sokullu Mehmet Paşa; kapudan-ı deryası, Barbaros; mimarı, Mimar Sinan; şeyhülislamı, Ebussuud Efendi; şairi, Bâki olan muhteşem kadrosuyla, yıllarca adaletle yönetti. Kimdi bu cihan sultanı? Nerede, nasıl ve kimler tarafından yetiştirilmişti? Bu yetişme sürecinde nerelerde kalmış ve hangi vazifeleri yerine getirmişti? Buralarda hayatının ilerleyen safhalarını etkileyen ne gibi gelişmeler olmuştu? Saltanat yıllarında hangi seferlere çıkmış, siyasi olarak nasıl bir mücadele sergilemişti?

Televizyon ve gezi programlarıyla 7’den 70’e herkese tarihi sevdiren Talha Uğurluel, şimdi de Kanuni Sultan Süleyman’ı fethettiği beldeleri, bıraktığı eserleri, yaptırdığı kaleleri çektiği fotoğraflar eşliğinde anlatıyor.

Uğurluel, Kanuni’nin çevresindeki insanları, ailesini ve o günün dünyasını yakından tanıtarak tarih anlatımına taze bir soluk getiriyor. "Şehzadelik ve saltanat yıllarında Avrupa’da ve Asya’da neler oluyordu? Kimler, hangi devletleri yönetiyordu? Bu devletlerin gücü, amacı, planları neydi?" sorularının da cevabını veriyor. Bu mukayeseli inceleme, Kanuni ve kadrosunun hangi durumlarda neye göre nasıl bir tavır sergilediğini, nereye hangi amaçla sefer yapıldığını, alınan kararların gerekçelerini tüm açıklığıyla anlamanızı sağlıyor.

Talha Uğurluel, Dünyaya Hükmeden Sultan Kanuni kitabıyla sizleri Kanuni’nin doğduğu Trabzon’dan şehzadelik yaptığı Manisa’ya, padişah olarak geldiği İstanbul’dan fetihlere çıktığı Avrupa’ya götürecek; Hürrem Sultan’dan Pargalı İbrahim’e, Mihrimah Sultan’dan Rüstem Paşa’ya kadar birçok tarihî şahsiyetin bilinmeyen yönlerini anlatacak
"

Dienstag, 26. Februar 2013

Die Weide

einsam am Hang-

stark genug,
um nicht vom
Sturm umgeweht
zu werden.
zu schwach,
um sich von der Einsamkeit
zu lösen.

Geneigt zum Abgrund
welken sich weinend
die Blätter
der Weide
am Hang.

Trauern tut sie nicht
die Weide
hochmütig und standfest
steht sie da.


Plötzlich gewinnt
sie an Bedeutung
die Weide
mit ihrer
Gesamtheit
mit ihrem Ausdruck der Treue.
Mit ihrer Einsamkeit.

Als wär sie sich
der Einsamkeit
bewusst.
Als würde sie sich gar nicht
einsam fühlen
sondern
nur allein.
allein,
aber nicht einsam.

Ja, gewiss
nicht einsam.
Alleine
steht sie da
die Weide
am Hang.

Umgeben von tönendem Rauschen des Hains
zu lauschen nach wundersamen Worten
an klingenden Orten, um die Sorten
der Wahrnehmungen richtig zu verorten.

[e 29. Januar 2012]

[entstanden im verschwitzten Telefonzentrum Heidelbergs Altstadt aus der Muse der Zeichnung Anastasias]

Montag, 18. Februar 2013

Abrahamisches Wirtschaften, oder: Ähnliche Ansätze für eine gerechte Wirtschaft aus Bibel und Qur'an



Die grundsätzliche Erkenntnis liegt darin, dass die Erde Gott gehört und nicht in unserem Machtbereich ist. Daraus leitet sich das abrahamische Wirtschaften ab, welches folgendes festhält:
a) Geld ist keine Ware zur Gewinnung von Mehrgeld.
b)  Wirtschaft soll dem Gemeinwohl dienen, nicht dem Einzelnen.
c) Mentalität von Gier muss überwunden werden und in das Wohl aller umgewandelt werden
d) Für alle Menschen sollte die Basisversorgung möglich sein.
e) Steuerrecht hat überflüssigen Reichtum abzusetzen und ab einem bestimmten Einkommen progressive Steuer zu verlangen
f)  Kein absolutes Eigentumsrecht, sondern Nutzungsrecht sollte existieren
g)  Zinsverbot sollte eingeführt werden.

Insgesamt wird erkenntlich, dass abrahamisch gesehen gemeinsame Schritte getan werden können. Christliche oder muslimische Wirtschaftler müssen mit diesem Appell, eine neue Achsenzeit zu etablieren, angesprochen und angeschrieben werden. Eine Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen kann auch durch die Einführung von Bibel-Koran-Kreisen gefördert werden.
So wie im Qur‘an[1] beispielsweise das Zinsverbot als Gebot gültig ist, wurde im Christentum noch im Mittelalter das Zinsverbot praktiziert. 

Um Überlebensfragen und ein Wirtschaftssystem, was auf Profit, Nutzen und z.T. Ausbeutung beruht, zu überwinden, soll reflektiert werden, was auf Solidarität, Einheit und Glaubensbruderschaft aufzubauen ist. 

Und dies vor allem deshalb, weil die Bundesrepublik Deutschland heute als multikulturelle Gesellschaft zu verstehen ist, in der viele Religionen wie der Islam und das Christentum nebeneinander gelebt werden. 

Auch wenn in der Wirtschaft die Religion sich als nicht für die Wirtschaft zuständig etabliert hat, wird aus dieser Schrift erkenntlich, dass die Religion Antwort auf alle Lebensfragen gibt.
Der Grund, weshalb auf das Zinsverbot stark eingegangen wurde, ist die soziale Spaltung und die „Armut“, die es seit der Zinseinnahme gibt. Denn mit der Zinseinnahme entstand das Schuldenhafte. So kommt es auch, dass in der Genesis das Wort „arm“ nicht vorkommt.

Nur mit der Praxis religiöser Prinzipien kann das Ende einer Marktökonomie, welche teilweise mit der Imperienbildung begann und derzeit ihren Höhepunkt erreicht hat, herbei gerufen werden. Die Praxis würde nicht nur das Ende der Finanzkrise herbeirufen, sondern auch aktuellen Krisen, die die Wirtschaft allgemein, die Ernährung, das Klima, das Artensterben etc. betreffen. 

Die Möglichkeit gemeinsamen Verstehens und Handelns zwischen Muslimen und Christen muss im Vordergrund stehen und kann sicherlich mit dem sich deckenden Wirtschaftsverständnis vorherrschender Konzepte erweitert werden.

Muslime und Christen für gerechte Wirtschaftsordnung sind nicht nur für gläubige Christen oder Muslime offen, sondern für alle, die die Verantwortung für eine Wirtschaftsordnung übernehmen wollen. Für eine Wirtschaftsordnung, welche eine Überlebenschance in der Zukunft gewährleisten kann.
Es existieren bereits Islamische Banken, die zinslose Leihe ermöglichen. Auch jüdische Netzwerke sympathisieren stark mit diesen Islamischen Banken, die von der Finanzkrise eben in keinster Weise betroffen waren. Verhindert werden Formen der Gewinn- und Verlustbeteiligung.

„Die leistungslose Bereicherung zu Lasten der Bevölkerungsmehrheit mittels Zins und dessen fatale Wirkungen sind der Begründungskern dafür, dass (immer mehr) Christen wie auch andere Religionen das kapitalistische Wirtschaftssystem ablehnen, wie es die 24. Generalversammlung des Reformierten Weltbundes im August 2004 in Accra beschlossen hat.“ [2] 

So ist der Kapitalismus als abzulehnendes Gesellschafts- und Wirtschaftssystems zu verstehen und eignet sich als vordringliches Thema für interreligiösen Dialog oder auch „Trialog“.



[1] Vgl. Sura 2 oder Sura 3/130 u.v.m.

Montag, 24. Dezember 2012

animone. nemos animone.

es ist so schön sich aufgehoben zu fühlen. ohne dass man ausgefragt hinterfragt oder zerfragt wird. 

ohne vorurteile hört man dir zu. 

das gesagte steht dann selbstreferentiell für sich und dient nicht dazu, um durchanalysiert, durchdefiniert und verpulverisiert zu werden.
gedanken um der gedanken willen. so wie kunst um der kunst willen. keine hermeneutik. keine interpretation. für sich.

so kommt es, dass man sich uninterpretiert nicht einsam fühlt. so kommt es, dass das geteilte leid zum halben wird.

schön, dass es dich gibt, seit 2006 gibt, und insallah bis in die ewigkeit geben wird, meine animone!

Sonntag, 16. Dezember 2012

Appell

Gedämpftes Licht
geschlossene Sicht.
Am Kreuze, 'Jesus'.
Menschen unter seinem Fuß
stehen vor einem Leid
sprechen ein Eid
aus Liebe zu Gott
können nicht fort
von ihren Gedanken:
Verfangen in Schranken
der eigenen Geschichten
versperren die Sichten.
Lieben verständlicherweise
den Dahingeschiedenen leise.

Wenn sein Tod wäre wahr,
so wäre die Liebe klar.

Doch da ist eine Menge
wie in einem Gedränge
unklar in den Köpfen.

So haben wir viel zu schöpfen
an Wissen: um zu geben,
für ein wahres Leben.
Für den Glauben an die Wahrheit
zu schaffen die Klarheit.

ameen.


[e Dezember 2011, Stuttgart, JesusTreff]

Samstag, 15. Dezember 2012

Mit der Ringparabel schloss sich nun der Rahmen der III. Heidelberger Islamwochen


Im Rahmen der III. Heidelberger Islamwochen fand am 12.12.12 die letzte Veranstaltung in Form einer Podiumsdiskussion statt. Das Thema war Politik und Religionsfreiheit im Judentum, Islam und Christentum. Die Referenten, Vertreter der drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. Durch den interreligiösen „Trialog“, eröffnet die Studentin Melanie Minor-Nouira von der ESG, soll das gegenseitige Verständnis gefördert werden. Gleichzeitig soll den Besuchern die Gelegenheit gegeben werden, Fragen an die Vertreter der drei Weltreligionen, Rabbiner Janusz Pawelczyk-Kissin, Elhakam Sukhni, M.A. und Pfarrer Anselm Friederich-Schwieger, bezüglich des Themas Religionsfreiheit zu stellen.
Veranstalter der 8. interreligiösen Podiumsdiskussion ist die ESG – die evangelische Studierendengruppe, welche seit mehreren Jahren diesen „Trialog“ fördert und fordert. So kam es nach einer Absprache mit der Muslimischen Studierendengruppe und der Studierendenvertretung der Hochschule für Jüdische Studien  auch dieses Jahr zu diesem Gespräch unter Gläubigen und Interessenten. Es ging darum, darzustellen, ob und wenn ja, wie die einzelne Religion oder die Schrift irgendwelche Vorgaben in Bezug auf das Verhältnis von Politik und Religion macht. Wie ist oder wäre der Umgang mit Andersgläubigen in einem jüdischen, christlichen oder muslimischen Staat? „Man darf kritisieren, was man liebt.“, ist die Hauptaussage des Pfarrers der Jakobusgemeinde Anselm Friederich. Als Stadtrabbiner Pawelcyk auf Hetzfilme oder Karikaturen, wie „Jud Süß“ eingeht, sagt er ganz klar, dass man sich die Frage stellt, ob es sich für Kunst lohne, Menschen so tief zu verletzen. Allein aus Respekt vor dem Anderen.
So ging es neben der Frage nach Religionsfreiheit auch um den Toleranzgedanken und die Meinungsfreiheit. Sukhni ging besonders auf den Umgang von Andersgläubigen, egal ob mit Christen und Juden oder mit nichtmonotheistischen Religiösen wie Nichtreligiösen ein und machte deutlich, dass die Primärquellen des Islams jeglichen Zwang in der Religion verbieten. Mit den Impulsen des letzten Referenten, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Islamische Theologie, Elhakam Sukhni, begann die Diskussion, welche vom Universitäts- und Studierendenpfarrer, Dr. Hans-Georg Ulrichs moderiert wurde.
„Solche interreligiösen Gespräche verhelfen dazu, sich besser kennen zu lernen und auch mal Fragen an Personen zu stellen, die sich auskennen. Überhaupt Fragen zu stellen.“, betont eine Studierende aus dem Publikum. Und nicht nur diese Podiumsdiskussion verhalf zum besseren Verständnis, sondern auch insgesamt die III. Heidelberger Islamwochen. „Großes Lob an die MSG, war eine sehr professionelle Veranstaltung.“, meint ein Absolvent der Naturwissenschaften, welcher an allen Veranstaltungen der diesjährigen Islamwochen teilnahm. „Wir haben die Referenten sich frei entscheiden lassen, ob sie einen wissenschaftlichen Vortrag a la Vorlesung halten möchten, oder ob sie durch ihren performativen Auftritt einen spirituellen Impuls zum Nachdenken geben möchten. Keinerlei Vorgaben gab es diesbezüglich!“, sagt ein Mitglied der MSG. So entstand ein abwechslungsreiches Programm und man hoffe noch auf weitere Islamwochen, so einer der Vorstandsmitglieder der MSG Heidelbergs.

Freitag, 14. Dezember 2012

Islam - Nun unverhüllt?

- ein Resümee.

Nach fünf Vorträgen in den Hörsälen der Universität Heidelberg und zwei Moscheebesuchen im Industriegebiet Heidelbergs, fand am Mittwoch, den 12. Dezember 2012 die letzte Veranstaltung im Rahmen der III. Heidelberger Islamwochen statt. Das Interreligiöse Gespräch mit Vertretern der drei Weltreligionen, Rabbiner Janusz Pawelczyk-Kissin, Pfarrer Anselm Friederich-Schwieger und Elhakam Sukhni, M.A., regte zum Nachdenken über Religionsfreiheit und Politik an.

ES STELLT SICH DIE FRAGE, OB DENN DIE
III. HEIDELBERGER ISLAMWOCHEN NUN DAZU BEITRUG, DASS DER VERBORGENE UND UNBEKANNTE ISLAM TRANSPARENTER FÜR ÜBER DEN ISLAM UNKUNDIGE GEWORDEN IST.

„Nach Gesprächen mit Besucherinnen und Besuchern unserer III. Heidelberger Islamwochen habe ich gemerkt, dass es ganz gut war, die Referenten frei wählen zu lassen, ob sie einen wissenschaftlichen Vortrag halten möchten, oder einen eher spirituelleren, so wie es bei dem über das Leben des Propheten Muhammad war. Das macht das Programm spannender und bunter.“, stellt eine Engagierte aus der Muslimischen Studierendengruppe der Universität Heidelberg fest. „Die Evaluationsbögen werden es noch einmal handfester zeigen, was für die kommenden Jahre noch verbessert werden kann und muss, aber auch worin die Vorteile in solch einer Vortragsreihe über den Islam bestehen.“, fügt sie hinzu.
Das Programm bestand aus vielfältigen, auch zum Teil umstrittenen Themen wie das Leben mit der Scharia, Al-Andalus – Geschichte einer muslimisch-europäischen Tradition und dem Thema Muslime im säkularen Rechtsstaat. Besonders der Vortrag zum Letzteren von Dr. Cefli Ademi machte deutlich, dass der Islam grundsätzlich nicht im Gegensatz zu den Zielen des säkularen demokratischen Rechtsstaat steht. In der von Rauf Ceylan herausgegebenen Reihe für Osnabrücker Islamstudien zum Thema Islam und Diaspora. Analysen zum muslimischen Leben in Deutschland aus historischer, rechtlicher sowie migrations- und religionssoziologischer Perspektive  ist der Vortrag Ademis in Form eines Aufsatzes ab Seite 123 wiederzufinden. „Deutsch-europäischen Muslimen [zu denen sich Cefli zählt] wurde der freiheitlich säkulare Rechtsstaat in die Wiege gelegt. Sie sind mithin ein europäisch sozialisierter Teil dieser Staatskultur und leben wie selbstverständlich in und mit ihr; ein entscheidender Umstand, den es immer wieder zu betonen gilt. Der säkulare Rechtsstaat kann im gegenwärtigen Vergleich mit Recht als Erfolgsmodell bezeichnet werden.“, so der Jurist Ademi. Seine Worte „Ich bin Verfassungspatriot und gläubiger Muslim – das ist kein Widerspruch”, fügt er am Ende der Fragestunde hinzu.
„Ganz gleich, aus welcher Kultur wir kommen, welchen Glauben und Hautfarbe wir haben und ganz gleich, wie unterschiedlich wir dem Anschein nach sind, wir leben in einer Gesellschaft zusammen.
Wir können unser gemeinsames Leben durch mehr Toleranz, Mitgefühl und gegenseitigen Respekt bereichern und daher wünsche ich der Heidelberger Islamwoche viel Zuspruch und Erfolg.“, waren die Wünsche des Bürgermeisters für Kultur- und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg Wolfgang Erichson vor Beginn der Islamwochen Heidelbergs. „Die bekamen wir: Zuspruch und Erfolg.“, resümiert ein Vorstandsmitglied der MSG Heidelberg.


[15. Dezember 2012]

Freitag, 2. November 2012

Stoffwechsel

"Ein Dialog ist das Gespräch unter zwei Menschen. Es ist das sich Verständigenwollens." (irgendein Wörtebruch, schrieb es mir auf. zerriss es mit dem Übertrag. Wie stark die Menschen drauf abzielen, alles gequellt haben zu wollen... tut mir leid an alle durstigen nach ner Fußnotenquelle. Sucht euch euch Sittigende.)

Eine andere Definition von Dialog ist die Verständigung, die zwischen unterschiedlichen Kulturen, verschiedenen Religionen, unterschiedlichen politischen Haltungen von Statten läuft.
Es ist der Weg, um miteinander über verschiedene Meinungen zu kommunizieren. Meinungsaustausch zu betreiben. Und sich der Vielfalt bereichern.
Dialog im religiösen Sinne, im religiösen Kontext ist der Austausch der eigenen Werte und dem eigenen Standpunkt, ohne die Absicht, sein Gegenüber bekehren zu wollen.

Während des Dialogs kann diskutiert werden, oder man einigt sich, oder man teilt sich lediglich gegenseitig den eigenen Standpunkt mit.

Wenn von dieser Definiton des Diaolgs ausgegangen wird, kann man sagen, dass Dialog dazu beiträgt, Empathiegefühl zu entwickeln, sich kennen zu lernen und gemeinsamen Problemen ähnliche Ansätze einer Lösungen zu finden.

[e ca. September 2009]

Aber wenn man nicht nur alles sich erst einmal theoretisch bewusst macht, sondern der Realität ins Gesicht blickt, offenherzig und offenäugig:

Dann erkennt man mit Erstaunen die Unmöglichkeit eines solchen Dialogs.

>>
"Hey du!"
-"Ja?"
"Ich red doch mit mir selbst."
-"Ja, ich doch a."
<< (Badesalz)


in Wirklichkeit sehen Gespräche wie die der obigen aus.

Aneinander vorbei. im Monolog. Mit sich selbst.

[02. November 2012, kalte Herbstnacht im Feld 129]


Freitag, 31. August 2012

Dua. Mütevazilik. ve Sabir.

Duayi hissetmek. Duayi okur iken onu yasamak. Dua ile yeniden dirilmek. Ümidini yitirmeyip hayata sarilmak. Yeniden baslaya bilmektir dua. Dua edebiliyor ise bir insan cabaliyor demektir. Ruhu ölmemis demektir. Medet umdugu Rabbi vardir demektir. Sabir gösteriyor demektir. Demektir de demektir.

Peki Duanin önemini kayda degmezcesine hafife alip israr etmeden kenara atmak?? ...
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Duayi birde hayata gecirmek vardir. "Okur iken onu yasamak" dedik ya. Yasam da zaten Duadir. Yani insanin attigi adim, agzindan cikardigi ses ve söz, planladigi hususlar, arzu ettigi emeller, gelecege dair hazirliklar... bunlarin hepsi birer duadir... Bu yüzdendir ki suur lu bir sekilde adim atmanin, ses ve söz cikarmanin, hedefli olmanin, hedefe ulasma planlar kurmanin, emeller arzulamanin, hazirlanmanin gerekcesi.

insanin gecirmis oldugu maziler, insanin gecirdigi bugünler, ve insanin gecirecegi gelecekler bu yüzden saniye be saniye önem tasiyorlar.. ! elimiz ile tutamadigimiz zamani degerlendirmek adina o saniyeleri hakki ile gecirme önemi...

Hakki ile bir hayat yasana bilinse idi.... bir cok felaketten korunmus olurduk. Ama müslümansiz müslümanligin oldugu bir dönemde 
- bos verin hakki ile hayat yasayabilmeyi - insan bulmakta ne kadar zorlaniyor isek, hakkiyla yasanan hayat bulmaktada, attigimiz adimlari dogru dürüst (!) atmakdada, dogru düzgün yasamaktada o kadar zorlaniyoruz biz insanlar..


 Yanlis anlamayin, kendimi alcaltmiyorum. "Mütevazilik" yapip aslinda insanlari sucluyorum! Kendimide dahil ediyorum. Ediyorumki, "mütevazilik" kategorisine girsin. Dile getirmeden bugünün insani anlamiyor "mütevazilikten".

Ah Mütevazilik...

Nereye kayboldun bu yüz yilda yerin dibine mi girensin, yoksa göge cikip havalardami ucansin??? geri dön! geri dönde, insanlik seni taniyip, dile getirilmek zorunda kalmayasin!

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Nerde kalmistik==??

Dogru dürüst (!) adim atmakta kalmistik. Hakki ile hayat yasamakta kalmistik.  Atamiyoruz biz insanlar demistik. Dogru dürüst yasayamiyoruz. sonra ayni cinsten hatalilari yaftaliyoruz. emir vermeye baslayip, karsi tarafin emri vakilerimize uymasini bekliyoruz. Beklemiyoruzda, istiyoruz! Emrediyoruz ya...

Sanki kendimiz - ne derler - sütten cikmis ak kasigiz.

belkide siyah degilde beyaz süte yatmak lazim bir gün, yalanlarimizdan dolanlarimizdan uyanmak icin, biz (!) insanlar = hatalilar!

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Allah dir cok sükür hatalari affeden. Insan degil. Allah dir merhameti bol (!) olan. Insan degil Allahdir ayiblari örten. Insan degil. Müslümanda degil. Allahdir Herseyin en iyisini bilen. Cok sükür: Insan degil! Allahtir herseyin en iyisini bilen. HER seyin en iyisini. Herseyin EN iyisini. Allahdir, tek tek hesabini soracak olan! Herseyi gün yüzüne cikaracak olan! Felaha erdiren! Bu günlerinde gecmesini saglayacak olan! Sabir verecek olan! Insanlarin yaptiklarini yanlarina kar birakmayacak olan. Güzel günleri getirecek olan...

az daha sabir!

Sabir: öyle bir kelime ki. öyle bir mana iceriyor ki. sadece bir tür "insan cesidine" hitab eder. sadece imanliya tesir eden bir tavsiye icerikli kelimedir sabir kelimesi....

az daha: sabir!

Amin.


Heidelberg. 31 Agustos 2012. 21:57. Mavisi silinecek olan Tarlada.

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Schwäbische Alb, Baden-Württemberg, Germany
undhiertrifftmanaufundnocheinentropfen aus dem ozean. einen tropfen guter ernte. einen tropfen für das löschen des feuers. einen tropfen wahrheit. einen tropfen hoffung. einen tropfen klarheit.